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Heilslehre und Heilsordnung. 45
er denen mittheilen, deren Geschlecht er an sich genom— men hatte, die er sich nicht schämt, seine Brüder zu heißen.
Aber ehe er sein Leben ihnen mittheilen konnte, mußte er ihren Tod zu nichte machen, also ihren Fluch, ihre Schuld und ihre Sünde hinwegthun. Aber der Fluch war ausgesprochen(5 Mos. 27, 26. Jer. 11, 3. 17, 5.) durch die heilige Gerechtigkeit GOttes, deren Ausspruch nicht gebrochen werden kann, denn Gerech— tigkeit und Gericht ist seines Stuhles Festung(Psalm 97, 2.) d. h. die Befestigung seiner Macht und Re— gierung, mit deren Aufhören die sittliche Weltordnung zerfiele. Deßwegen mußte Christus alle Gerech— tigkeit erfüllen(Matth. 3, 15.) und die Schuld der Menschheit selbst bezahlen als der große Bürge. Wie der Bürge sich an die Stelle des Schuldners setzt, so hat Christus sich an unsere Stelle gesetzt, aber nicht mit vergänglichem Silber oder Gold, sondern mit sei— nem theuren Blute als eines unschuldigen und unbe— fleckten Lammes(1 Petr. 1, 10.). Den Tod, den wir leiden sollten, hat er auf sich genommen und mit ihm die ganze Strafe und alle Qualen des Sündenelendes. Denn er ward ein Fluch für uns(Gal. 3, 12.) und hat sein Leben gegeben zum Lösegeld an unserer Statt(Matth. 20, 28.). Unsere Sünden hat er selbst geopfert an seinem Leibe auf dem Holz, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen, unsere Strafe lag auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet(Jes. 53, 4. 5. 1 Petr. 2, 24.). Wir gingen Alle in der Irre, wie Schafe, aber der HErr warf unser Aller Sünde auf ihn. Sein Leben hat er in den Tod gegeben und


