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Heilslehre und Heilsordnung. 39
ben und Kraft, und das Herrschende ist seit dem Sün— denfall das Fleisch und dadurch überhaupt die äußer⸗ liche Creatürlichkeit. Der Leib hat so arfgehört, aus dem Geist Lebenskräfte anzuziehen, und ist, seiner alten Natur überlassen, auflöslich, verweslich, daher Krank— heiten und deren Ende, dem Tod, unterworfen. Die Fleischeshülle bedeckt den Geist so, daß er gar seines Ursprungs vergaß, wie ein Berauschter, der das Selbst— bewußtsein verloren hat. Daher immer größere Abkehr von GOtt, so daß der HErr klagen muß(1 Mos. 6, 3.): Die Menschen wollen sich meinen Geist nicht mehr strafen lassen, denn sie sind Fleisch. Ja, es kam so weit, daß sie das Geschöpf nicht nur mehr liebten, als den Schöpfer, sondern auch mehr ehr— ten und ihm dienten, als ob das Geschöpf GOtt wäre(Röm. 1, 25.). So verwandelten sie GOttes Wahrheit in die Lügen, seine Herrlichkeit in Bilder und wurden Götzendiener, äußerlich durch Vielgötterei, innerlich durch Selbst- und Weltvergötterung, durch Fleischeslust, Augenlust und hoffärtiges Leben(1 Joh. 2, 16.). Und was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch(Joh. 3, 6.). Aus sündlichem Samen gezeugt (Psalm 51, 7.) sind Alle ohne Unterschied(Röm. 3, 23.) mit angeborner Verderbniß und reizender Lust zum Bösen behaftet, da ist nicht, der gerecht sey, der Gutes thue, auch nicht Einer, sie sind Alle abgewichen und allesammt untüchtig geworden(Röm. 3, 10. 12.), thun Alle den Willen des Fleisches und der Vernunft, und sind Kinder des Zorns von Natur, ja sind todt durch Uebertretung und Sünden(Ephes. 2, 1—3.); todt, denn der aus GOtt stammende Funke des Gei— stes ist so unkräftig im natürlichen(nach 1 Cor.


