38 Belehrung.
so lang er in ihm blieb und mit GOttes Augen sah, und nur GOttes Willen wollte. Dieser in GOtt hei⸗ lige und selige Geist hatte als GOttes Bild die Herr— schaft über die Natur, über die eigene des Lei— bes, in den aus dem Geist die Kraft unauflöslichen Lebens überfloß, und über die äußere der ganzen Crea— tur. Daher war der Mensch als reines Bild GOttes unsterblich, auch nach dem Leibe, und frei von allen den Störungen und Uebeln, in denen jetzt die äußere Natur herrscht über unsern Leib und über die Seele. Diese Herrschaft über die Natur und dieses Bild der reinen göttlichen Erkenntniß, Heiligkeit und Seligkeit, durch welche das Reich GOttes auf der Erde war, hat der Mensch verloren durch den Sündenfall.
§. 18. 2) Sünden⸗Fall, Sünden⸗Noth und Tod.
Der fremde, GOtt feindliche Wille des Satans hat Zutritt gefunden in der Seele des Menschen, die durch die Lust des Leibes in's Irdische einging und in selbst— süchtigem Hochmuth GOtt nicht nur ähnlich, son— dern auch gleich sein wollte. So erhob sich ein Eigenwille, der dem Willen GOttes widerstrebte. Der Geist folgte dem Zug nach unten und wich aus seinem Element, aus GOtt. So kam er in die Herr— schaft der unteren Elemente, das Fleisch, d. i. die selbstsüchtige Seele und der lüsterne Leib, wurde Herr über den Geist, er selbst zwar blieb als göttlicher Le— benshauch unsterblich und behielt die Sehnsucht nach seinem Ursprung und seiner Heimath, nach GOtt, aber unter dem Schutt des fleischlichen und sinnlichen Le— bens glimmt er nur wie ein schwacher Funke ohne Le—
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