32 Belehrung
Christus wahrer GOtt und wahrer Mensch war in einer unzertrennten Person, wer kann das begreifen? Und daß GOttes Sohn am Kreuze starb, wer kann das begreifen? So gut er sein heiliges Leben in den Tod dahin gab, so gut kann er seinen Leib und sein Blut uns zu genießen geben. Sein Tod war das Le— ben der Welt, und so ist sein Leib und Blut auch nichts Todtes. Alles an Ihm ist Leben, denn es wohnt in Ihm leibhaftig die ganze Fülle der GOttheit. Sein Leib war der heilige Tempel GOttes und trug als solcher die Kraft unauflöslichen Lebens in sich, und was am Kreuze starb, das wurde in der Auferstehung und Himmelfahrt so verklärt, daß es kein irdischer Leib mehr ist, sondern ein Geistleib, in dem das Leibliche durchdrungen ist von den Kräf— ten des reinen und ewigen Geistlebens. Daher spricht IEsus oft von seiner Verklärung. Seine mensch— liche Natur wurde in Folge seines Gehorsams bis zum Tod am Kreuze in die Gemeinschaft der göttlichen Na— tur so aufgenommen, daß sie an allen Eigenschaften der göttlichen Natur vollkommen Antheil nimmt, daher auch sein menschlicher Leib in der Himmelfahrt zur Rechten GOttes erhöhet ist, und er nach der mensch— lichen, wie nach der göttlichen Natur verheißt, bei uns zu sein alle Tage bis an der Welt Ende. Wie er sei— nen Geist mittheilen kann allen Menschen, so auch die Kraft seines verklärten Leibes. Wir können uns nur die Herrlichkeit eines verklärten Leibes nicht vorstellen, weil wir blos irdische Leiber kennen und Alles nach ihnen beurtheilen wollen. Aber Fleisch und Blut kann das Reich Gottes nicht ererben(1 Cor. 15, 20.), nur verklärtes Fleisch und Blut taugt zur Geistesmit⸗
cheilung.
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§. 16. B
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