114 22. Sonntag nach Trinitatis.
hast das Ohr deines Knechts ge⸗ öffnet und gesagt: Ich will dir ein Haus bauen. Darum hat dein Knecht sein Herz gefunden, daß er dies Gebet zu dir betet. Nun, Herr, Herr, Du bist Gott, und deine Worte werden Wahrheit sein. Du hast solches Gute über deinen Knecht geredet. So hebe nun an und segne das Haus deines Knechts, daß es ewiglich vor dir sei; denn Du, Herr, Herr, hast's geredet und mit deinem Segen wird deines Knechts Haus gesegnet werden ewiglich.
22. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Phil. 1, 3—11. (Erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit.)
Occh danke meinem Gott, so oft V ich euer gedenke,(welches ich allezeit tue in alle meinem Gebet für euch alle und tue das Gebet mit Freuden,) über eurer Gemein⸗ schaft am Evangelium vom ersten Tage an bis her; und bin des⸗ selbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das ute Werk, der wird's auch voll⸗ führen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum daß ich euch in meinem Herzen habe in Pdas meinem Gefängnis, darin ich das Evangelium verantworte und be⸗ kräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzens⸗ Detes in Jesu Christo. Und darum ete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Er⸗ kenntnis und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unan⸗ stößig auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in euch zu Ehre und Lobe Gottes.
Evangelium: Matth. 18, 21—35. (Der Schalksknecht.)
a trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft muß
ich denn meinem Bruder, der an mir sündiget, vergeben? Ist's genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht sieben⸗ mal, sondern siebenzigmal sieben⸗ mal. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er's nun nicht hatte, zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir's alles be⸗ 9381610 Da jammerte den hn esselbigen Knechts und ließ ihn los und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht I. und fand einen seiner itknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an und würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist! Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir, ich will dir's alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, das sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und 1——— zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, die⸗ weil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und
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