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Evangelisches Kirchengesangbuch für den Konsistorialbezirk Cassel / hrsg. vom Königl. Konsistorium zu Cassel unter Mitw. des Gesamt-Synodal-Ausschusses
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18. Sonntag nach Trinitatis. 107

an aller Lehre und in aller Er⸗ kenntnis; wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch fest erhalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Ge⸗ meinschaft seines Sohns Jesu Christi, unsers Herrn.

Evangelium: Matth. 22, 3446. (Das vornehmste Gebot und die vornehmste Frage.)

a die Pharisäer höreten, daß

er den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm:Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andre aber ist dem leich:Du sollst deinen Nächsten ieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer beieinander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünkt euch um Christus? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt:Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und wagte auch niemand von dem Tage an hinfort, ihn zu fragen.

Neue Perikopen. Epistel: Jak. 2, 1017. (Das Gesetz der Freiheit.)

enn so jemand das ganze Gesetz hält und sündiget an Einem, der ist's ganz schuldig. Denn der da gesagt hat:Du sollst nicht ehebrechen, der hat auch gesagt: Du sollst nicht töten. So du nun nicht ehehrichest, tötest aber, bist du ein Übertreter des Ge⸗ setzes. Also redet und also tut, als die da sollen durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden. Es wird aber ein unbarmherzig Ge⸗ richt über den gehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; und die Barmherzigkeit rühmet sich wider das Gericht. Was hilft's, lieben Brüder, so jemand sagt, er habe

den Glauben und hat doch die Werke nicht? Kann auch der

Glaube ihn selig machen? So aber ein Bruder oder Schwester bloß wäre und Mangel hätte der täglichen Nahrung, und jemand unter euch spräche zu ihnen: Gott berate euch, wärmet euch und sättiget euch; gäbet ihnen aber nicht, was des Leibes Notdurft ist: was hülfe sie das? Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber.

Evangelium: Mark. 10, 1727. (Der reiche Jüngling.)

Da er hinausgegangen war auf den Weg, lief einer vorne vor, kniete vor ihn und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe? Aber Jesus sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Du weißt ja die Gebote wohl: Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden. Du sollst niemand täuschen. Ehre deinen Vater und