108 19. Sonntag nach Trinitatis.
Mutter. Er antwortete aber und sprach zu ihm: Meister, das hab ich alles gehalten von meiner Jugend auf. Und Jesus sah ihn an und liebte ihn und sprach zu ihm: Eines fehlet dir. Gehe hin, verkaufe alles, was du hast und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach und nimm das Kreuz auf dich. Er aber ward Unmuts über der Rede und ging traurig davon; denn er hatte viel Güter. Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen! Die Jünger aber ent⸗ setzten sich über seiner Rede. Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Lieben Kinder, wie schwer ist's, daß die, so ihr Vertrauen auf Reichtum setzen, ins Reich Gottes kommen! Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander: Wer kann denn selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist' denn alle aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.
Alttestamentlicher Abschnitt: 2. Chron. 1, 7— 12. (Salomos Gebet um Weisheit.)
Qn derselben Nacht erschien Gott Salomo und sprach zu ihm: Bitte, was soll ich dir geben? Und Salomo sprach zu Gott: Du hast große Barmherzigkeit an meinem Vater David getan und hast mich an seiner Statt zum Könige gemacht; So laß nun, Herr, Gott, deine Worte wahr werden an meinem Vater David; denn Du hast mich zum Könige gemacht über ein Volk, des so viel ist als Staub auf Erden.
So gib mir nun Weisheit und
Erkenntnis, daß ich vor diesen Volk aus⸗ und eingehe; denn wer kann dies dein großes Volk richten? Da sprach Gott zu Salomo: Weil du das im Sinn hast und hast nicht um Reichtum, noch um Gut, noch um Ehre, noch um deiner Feinde Seele, a um langes Leben gebeten, sondern hast um Weisheit und Erkenntnis gebeten, daß du mein Volk richten mögest, darüber ich dich zum Könige ge⸗ macht eumt so sei dir Weisheit und Erkenntnis gegeben; dazu will ich dir Reichtum und Gut und Ehre geben, daß deines gleichen unter den Königen vor dir nicht gewesen ist, noch werden soll nach dir.
19. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Eph. 4, 22—32. (Ziehet den neuen Menschen an.)
So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste im Irrtum sich verderbet. Er⸗ neuert euch aber im Geist eures Gemüts und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott ge⸗ schaffen ist in Henei Ge⸗ rechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unterein⸗ ander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet 43— nicht Raum dem Lästerer. er gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben dem Dürftigen. Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was nützlich zur Besserung ist, da es not tut, daß es holdselig sei zu hören. Und betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, damit
V


