12² VIII Die dauernde Gemeinschaft.
Und zur Sammlung geh' in die Einsamkeit. Ach, laß dich von dem unruhigen Zeitalter, in welchem du lebst, nicht in die Gefahr bringen, mit deinen Gedanken, mit deinem innersten Leben, mit deinem Gott nie allein zu sein. Hat dein Heiland, wenn ein neues in seinem Leben begann, die Einsamkeit gesucht, um vor Gottes Angesicht seines Berufs aufs neue gewiß zu werden, hat er sich aus dem Getümmel des Volks, um weder durch Haß noch durch Liebe den kla— ren Blick sich trüben zu lassen, auf die Bergeshöhe begeben, wieviel mehr bedarfst du der Einsamkeit, um in Gottes Auge dein Auge zu senken, damit es seine klare Kindesein⸗ falt bewahre.— Aber keine selbstische Einsamkeit sollst du suchen. Die Gemeins chaft, ohne welche das Christenleben gestaltlos ist, sollst du mit aller Wärme pflegen. Laß denn deine Hausgenossenschaft zur Hausgemeinde werden. Nachdem du wieder an des Herrn Tisch Gnade gefunden, warte nicht länger an deinem Familientisch mit der Einführung des Tischgebets, der Morgen⸗ und Abendandacht. Und die Gemeinschaft des Altares setze fort in der Gemeinschaft des Wortes, des Gebets, des Gesangs, der brüderlichen und schwesterlichen Liebe im öffentlichen Gottesdienste. Der Woche fehlt ihre Krone ohne den Sonntag, dem Sonn⸗ tag die Perle ohne den frommen Kirchgang! Mit dem⸗ selben gewissenhaften Eifer, mit welchem du an den Werk⸗ tagen um das tägliche Brot für die Deinen dich bemühst, sollst du am Sonntag alle Hindernisse wegräumen, damit


