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J. Das Weizenkorn und der Weinstock. 9
wie Jesu Schmerz am Kreuze? Du mußt sterben und ins Grab gesenkt werden— auch dein Jesus neigte das Haupt und verschied und ward begraben. Es ist nichts Menschliches, welches dem Sohn des lebendigen Gottes fremd geblieben wäre— außer der Sünde. Denn der an Geberden ganz wie ein Mensch erfunden ward, spricht: Ich und der Vater sind eins. Und bei dieser Einheit menschlicher und göttlicher Natur ist's geblieben, weil die Sünde sie nicht zerrissen. Meine Speise ist die, daß ich thue den Willen des, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk, so kann er zu Gott gerichtet sprechen. Zu den Menschen gerichtet spricht er: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? Gottheit und Menschheit ge⸗ einiget, ein Mensch, der sagen darf: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich, das ist's, was wir brauchen, das ist die rechte Speise, das ist der rechte Trank!— Denn wir mögen fragen: Warum ward Gott Mensch? Und: Für uns, für uns! Für dich, für mich! das ist die Ant⸗ wort, die freilich gläubige Herzen verlangt, dieselben aber, wo sie gefunden werden, mit Seligkeit durchschauert. Durch die Sünde aus Gott, aus der Liebe, aus dem Leben ge⸗ kommen, waren wir der Welt, dem Selbst, dem Tode verfallen. Wir brauchten der Speise zum Leben, wir brauchten des lebendigen Gottes, wir brauchten der Liebe, in welcher Gott sich selbst uns mitteilt. Und diese Liebe,


