8 J. Das Weizenkorn und der Weinstock.
schen ein Wohlgefallen. Er gehet aus dieser Welt hinaus und die Sonne verliert ihren Schein, die Erde bebt und der Vorhang am Tempel zerreißt. Er wandelt über die Erde hin in unserer armen Gestalt und der lebendige Gott bekennt sich zu ihm als seinem Sohne, und die Klarheit, die er bei dem Vater gehabt, bricht durch das Leben in Demut und Verachtung immer wieder hindurch. Er kehrt im Leibe der Auferstehung vom Grabe zurück und mit Königsherrlichkeit spricht er: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden und heißt seine Boten die Welt für ihn erobern.— Wir freuen uns, den Sohn Gottes anzusehen und siehe, wir schauen zugleich des Men⸗ schen Sohn. Was wär' ihm fremd, das uns Menschen eigen ist, außer der Sünde? Du stehest, ein Kind an der Grenze der Kindheit, aber du hast es durch all die Jahre deines zarten Kindeslebens schon empfunden, daß du nicht erst aus der Kindheit ausgehen mußt, um einen Hei⸗ land zu haben, daß dein Heiland geboren ist, um auch das Kindesleben zu durchleben. Du bist arm, aber den Armen wird das Evangelium gepredigt von dem armen Jesu, der nicht hatte, wo er sein Haupt hinlegte, um uns in den Reichtum seiner Herrlichkeit einzuführen. Du hast tiefe Seelenschmerzen, das bringt dich dem Heiland nur näher, dem Seelenbetrübten bis in den Tod, der sich dir zuneigt bis in die tiefste Tiefe der Anfechtung. Du quälst dich in schmerzzerrissenem Leibe,— ist auch ein Schmerz,


