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Von der Tugend des Glaubens. 9
erlangen; um aber an Christus Antheil zu haben, müssen wir vor Allem an ihn glauben.
2) Bete eifrig um die Gnade des Glaubens. Zwar ist uns diese Gnade bereits in der hl. Taufe ge⸗ schenkt; dennoch müssen wir beten, daß sie immer mehr in uns gestärkt und vermehrt werde. Beten wir besonders bei Versuchungen wider den Glauben; sprechen wir mit jenem Manne im Evangelium: Ich glaube, Herr; aber hilf meinem Unglauben.(Marc. 9, 23.) Erwecke täglich die Tugend des Glaubens.
3) Meide, soviel du vermagst, alle Gefahren und Versuchungen gegen den Glauben, insbesondere den Umgang mitreligionslosen Menschen, das Anhören un⸗ gläubiger Reden, das Lesen schlechter Bücher und Schriften, das hoffärtige Vernünfteln über die göttlichen Geheimnisse.
4) Vervollkommene deine Religionskenntnisse durch regelmäßigen Besuch der Predigt oder der christ⸗ lichen Lehre, durch Lesung guter Bücher, durch Be⸗ trachtung der göttlichen Wahrheiten. Je mehr wir unsere Religion kennen lernen, um so fester und freu⸗ diger wird unser Glaube werden; umgekehrt ist Unwissen⸗ heit eine Hauptquelle des Unglaubens.
5) Bekenne freudig und muthig deinen Glauben. Wer mich bekennen wird vor den Menschen, spricht unser göttlicher Heiland, den werde auch ich bekennen vor meinem Vater, der im Himmel ist. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater, der im Himmel ist.(Matth. 10, 32 u. 33.) Gott läßt es oft zu, daß Diejenigen, welche sich ihres Glaubens schämen, allmählich in Unglaͤuben fallen, während er das Bekenntniß mit großen Gnaden, ins⸗ besondere mit der Gnade eines starken Glaubens und einer heiligen Glaubensfreudigkeit belohnt.
6) Lebe nach deinem Glauben. Das ist das wirksamste Mittel, um im Glauben zu beharren. Ein un⸗ christliches Leben führt zu Unglauben und Gottlofigkeit. Auch ist der Glaube nur das Fundam ent der christlichen Gerechtigkeit; aber der Glaube allein macht nicht selig. Der Glaube ohne die Werke ist todt;(Jacob. 2, 17.) nur der Glaube, der durch die Liebe wirk⸗ sam ist,(Gal. 5, 6.) führt uns zum Heile. Wir müssen


