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fordert die Vernunft selbst von uns, daß wir jeden
weifel gänzlich ablegen und Alles, was uns die eilige katholische Kirche als von den Aposteln her überlieferte göttliche Wahrheit bezengt, von ganzem Herzen glauben; mögen es trostreiche Wahr⸗ heiten sein, wie Gottes Barmherzigkeit und die ewige Seligkeit, oder furchtbare Wahrheiten, wie die Straf⸗ burrertaen Gottes und die ewige Verdammniß der un⸗ ußfertigen Sünder; mögen die Wahrheiten des Glaubens schon durch die Vernunft erkennbar sein, wie das Dasein Gottes und die Vergeltung des Guten und Bösen, oder mögen sie die Fassungskraft der menschlichen Vernunft übersteigen, wie das Geheimniß der heiligen Dreifaltig⸗ keit, der Menschwerdung des Sohnes Gottes, der Gegen⸗ wart Christi im allerheiligsten Sakrament“).
2. Von den Mitteln, uns im Glauben zu erhalten und zu befestigen.
Um dich in dem Glauben zu erhalten und immer mehr zu befestigen, gebrauche fleißig die dazu dienlichen Mittel.
1) Erwäge oftmals die Nothwendigkeit des Glaubens. Wer nicht glaubt, wird verdammt werden,(Marc. 16, 16.) spricht Jesus Christus; und der hl. Paulus sagt: efal den Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Geun 11, 6.)
Der Glaube ist aus einem doppelten Grunde nothwendig:
a) weil der Mensch vor Allem die Pflicht hat, Gott als die unfehlbare Wahrheit anzuerkennen, seinem Worte zu glauben, und die schwache menschliche Vernunft der unendlichen Weisheit Gottes zu unterwerfen; b) weil der Glaube die Bedingung und das Fundament derschristlichen Gerechtigkeit ist. Nur durch Jesus Christus und seine Gnade können wir das Heil
*) Die Glaubensgeheimnisse übersteigen zwar die menschliche Vernunft, aber sie widersprechen ihr nicht; vielmehr wird durch sie die Vernunft wunder⸗ bar erleuchtet und zu einer weit erhabeneren Erkennt⸗ niß von Gott und der Bestimmung des Menschen er⸗ hoben, als sie aus eigener Kraft erreichen kann. Eine wahrhaft göttliche Religion muß nothwendig auch gött⸗ liche, den beschränkten Verstand des Menschen über⸗ steigende Wahrheiten d. h. Geheimnisse enthalten.
Belehrungen.


