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Gesangbuch für die Evangelischen Gemeinden der Provinz Posen
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vielmehr zu rühmen, daß ſie lehre, gute Werke zu thun, und Hülfe anbiete, wie man zu guten Werken kommen möge. Denn außer dem Glauben und außerhalb Chriſto iſt menſchliche Natur und Vermögen viel zu ſchwach, gute Werke zu thun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, den Nächſten zu lieben, befohlene Aemter fleißig auszurichten, gehorſam zu ſein, böſe Luſt zu meiden. Solche hohe und rechte Werke mögen nicht geſchehen ohne die Hülfe Chriſti, wie er ſelbſt ſpricht Joh. 15: Ohne mich könnet ihr nichts thun ꝛc.

Der einundzwanſigſte Artikel. Von dem Dienſt der Heiligen.

Vom Heiligendienſt wird von den Unſeren alſo gelehret, daß man der Heiligen gedenken ſoll, auf daß wir unſern Glauben ſtärken, ſo wir ſehen, wie ihnen Gnade widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen iſt; dazu, daß man Exempel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach ſeinem Beruf, gleichwie die Kaiſerl. Majeſtät ſeliglich und göttlich dem Exempel Davids folgen mag, Kriege wider den Türken zu führen; denn beide ſind ſie im könig⸗ lichem Amte, welches Schutz und Schirm ihrer Unterthanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweiſen, daß man die Heiligen anrufen oder

Augsburgiſche Confeſſion.

Hilfe bei ihnen ſuchen ſoll. Denn es iſt allein ein einiger Verſöhner und Mittler geſetzt zwiſchen Gott und den Menſchen, Jeſus Chriſtus, 1. Tim. 2, welcher iſt der einige Heiland, der einige oberſte Prieſter, Gnadenſtuhl und Fürſprecher vor Gott, Röm. 8. Und der hat allein zugeſagt, daß er unſer Gebet erhören wolle. Das iſt auch der höchſte Gottesdienſt nach der Schrift, daß man denſelbigen Jeſum Chriſtum in allen Nöten und Anliegen von Herzen ſuche und anrufe, 1. Joh. 2, 1: So jemand ſündiget, haben wir einen Fürſprecher bei Gott, der gerecht iſt, Jeſum.

Dies iſt faſt die Summa der Lehre, welche in unſern Kirchen zu rechtem chriſtlichen Unter⸗ richt und Troſt der Gewiſſen, auch zur Beſſerung der Gläu⸗ bigen gepredigt und gelehret iſt, wie wir denn unſre eigene Seele und Gewiſſen ja nicht gern wollten vor Gott mit Mißbrauch des göttlichenNamens oder Wortes in die höchſte und größte Gefahr ſetzen, oder auf unſere Kinder und Nachkommen eine andere Lehre, denn ſo dem reinen, göttlichen Wort und chriſtlicher Wahrheit gemäß, fällen oder erben. So denn dieſelbe in heiliger Schrift klar gegründet, und dazu auch ge⸗ meiner chriſtlicher, ja auch römi ſcher Kirchen, ſo viel aus der Väter Schrift zu vermerken,