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gerecht werden vor Gott, sondern setzen den Glauben an Christum dazu, sprechen: Glauben und Werke machen uns gerecht vor Gott, welche Rede mehr Tro— stes bringen möge, denn so man allein lehret, auf Werke zu vertrauen.
Dieweil nun die Lehre vom Glauben, die das Hauptstück ist in christlichem Wesen, so lange Zeit, wie man bekennen muß, nicht getrieben worden, sondern allein Werklehre an allen Orten gepredigt ist, so ist davon durch die Unsern solcher Unterricht geschehen:
Erstlich, daß uns unsere Werke nicht mögen mit Gott versöhnen und Gnade erwerben, sondern solches geschieht allein durch den Glauben, so man glaubet, daß uns um Christus willen die Sünden vergeben
werden, welcher allein der Mittler ist, den Vater zu ver⸗ söhnen. Wer nun meinet,
solches durch Werke auszurich⸗ ten und Gnade zu verdienen, der verachtet Christum und suchet
einen eigenen Weg zu Gott
wider das Evangelium.
Diese Lehre vom Glauben ist öffentlich und klar im Paulo an vielen Orten gehandelt, son⸗ derlich zu den Ephesern am 2.: Aus Gnaden seid ihr selig wor⸗ den durch den Glauben, und dasselbige nicht aus euch, son⸗ dern es ist Gottes Gabe, nicht aus den Werken, damit
Augsburgische Confession.
sich niemand rühme ꝛc. Und daß hierin kein neuer Verstand ein⸗ geführet sei, kann man aus Augustino beweisen, der diese Sache fleißig handelt und auch also lehret, daß wir durch den Glauben an Christum Gnade erlangen und vor Gott gerecht werden, und nicht durch Werke, wie sein ganzes Buch de Spiri- tu et Litera ausweiset. Wie⸗ wohl nun diese Lehre bei un⸗ versuchten Leuten sehr verach⸗ tet wird, so findet sich doch, daß sie den blöden und er⸗ schrockenen Gewissen sehr tröst⸗ lich und heilsam ist; denn das Gewissen kann nicht zu Ruhe und Frieden kommen durch Werke, sondern allein durch Glauben, so es bei sich gewiß⸗ lich schließt, daß es um Chri⸗ stus willen einen gnädigen Gott habe, wie auch Paulus spricht Röm. 5: So wir durch den Glauben sind gerecht worden, so haben wir Frieden mit Gott.
Diesen Trost hat man vor Zeiten nicht getrieben in Pre⸗ digten, sondern die armen Ge⸗ wissen auf eigene Werke ge⸗ trieben, und sind mancherlei Werke vorgenommen; denn et⸗ liche hatte das Gewissen in die Klöster gejagt, der Hoff⸗ nung, daselbst Gnade zu er⸗ werben durch Klosterleben; et⸗ liche haben andere Werke er⸗ dacht, damit Gnade zu ver⸗ dienen und für die Sünde


