Augsburgiſche Confeſſion.
Geiſt giebt, welcher den Glau—
ben, wo und wann er will, in
denen, ſo das Evangelium hören, wirket, welches da lehret, daß
wir durch Chriſtus Verdienſt,
541 Der ſiebente Irtikel. Von der Kirche.
Es wird auch gelehrt, daß allezeit müſſe eine heilige chriſt—
nicht durch unſer Verdienſt, liche Kirche ſein und bleiben,
einen gnädigen Gott haben, ſo wir ſolches glauben.
Und werden Wiedertäufer lehren, liche heiligen Geiſt durch eigene Be⸗ reitung, Gedanken und Werke erlangen.
Der ſechſte Arkihel.
Vom neuen Gehorſam.
Auch wird gelehret, daß ſolcher Glaube gute Früchte und gute Werke bringen ſoll, und daß man müſſe gute Werke thun allerlei, ſo Gott geboten hat, um Gottes willen; doch nicht auf ſolche Werke zu ver⸗ trauen, dadurch Gnade vor Gott zu verdienen. Denn wir empfahen Vergebung der Sünde
und andere, daß wir ohne das leib—
und Gerechtigkeit durch den Glauben an Chriſtum, wie Chriſtus ſpricht: So ihr dies alles gethan habt, ſollt ihr
ſprechen: Wir ſind untüchtige Knechte. Alſo lehren auch die Väter; denn Ambroſius ſpricht: Alſo iſt beſchloſſen bei Gott, daß, wer an Chriſtum glaubet, ſelig ſei, und nicht durch Werke, ſondern allein durch den Glau— ben, ohne Verdienſt Vergebung der Sünden habe.
welche iſt die aller Gläubigen,
verdammt die laut
Wort des Evangelii den
wahrer Einigkeit der
Verſammlung bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente des Cvangelii gereicht werden. Denn dieſes iſt genug zu chriſtlichen Kirche, daß da einträchtiglich nach reinem Verſtand das Evan— gelium gepredigt, und die Sa— kramente dem göttlichen Worte gemäß gereicht werden. Und iſt nicht not zu wahrer Einigkeit der chriſtlichen Kirche, daß allent⸗ halben gleichförmige Zeremo-⸗ nien, von den Menſchen ein— geſetzt, gehalten werden, wie Paulus ſpricht, Eph. 4: Ein Leib, Ein Geiſt, wie ihr be— rufen ſeid zu einerlei Hoffnung eures Berufs; Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe.
Oer achte Artikel.
Was die Kirche ſei? Item, wiewohl die chriſtliche Kirche eigentlich nichts anders iſt, denn die Verſammlung aller Gläubigen und Heiligen, jedoch dieweil in dieſem Leben viel falſcher Chriſten und Heuchler ſind, auch öffentliche Sünder unter den Frommen bleiben, ſo ſind die Sakramente gleichwohl


