540 Augsburgiſche
Confeſſion.
Erbſünde wahrhaftiglich Sunde! Geiſt heilige, reinige, ſtärke und
ſei und verdamme alle die un
term ewigen
nicht durch die Taufe und heili⸗t
gen Geiſt wiederum neu ge— wider beſchirme.
boren werden.
Hierneben werden verworfen die Pelagianer und andere, ſo die Erbſuͤnde nicht für Sünde halten, damit fromm machen durch natürliche Kräfte zu Schmach dem Leiden und Verdienſt Chriſti.
Ner dritte Artikel.
Von dem Sohne Gottes.
Item, es wird gelehret, daß Gott der Sohn ſei Menſch worden, geboren aus der reinen Jungfrau Maria, und daß die zwei Naturen, göttliche und menſchliche in einer Perſona ſo unzertrennlich vereinigt, ein Chriſtus ſind, welcher wahrer Gott und Menſch iſt, wahr haftig geboren, gelitten, ge kreuziget, W n. und begra⸗ ben, daß er ein Opfer wäre nicht allein für die Erbſünde, ſondern auch für alle andere Sünde und Gottes Zorn ver ſühnet.
Item, daß derſelbige Chriſtus ſei abgeſtiegen zur Holle, wahr
haftig am dritten Tage von
den Toten auferſtanden, auf gefahren gen Himmel, ſitzend zur Rechten Gottes, daß er ewig herrſche über alle Kreaturen und regiere; daß er alle, ſo an ihn glauben, durch den heiligen
th ſondern
tröſte, ihnen auch Leben und Gottes Zorn, ſo allerlei Gaben und Güter aus
eile und wider den Teufel und die Sünde ſchütze und
Item, daß derſelbige Herr
Chriſtus endlich wird öffent lich kommen, zu richten die ſie die Natur Lebendigen und die Toten, laut des Symboli Apostolorum.
ver vierte Artikel. Von der Rechtfertigung. Weiter wird gelehret, daß wir Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit vor Gott nicht
erlangen moͤgen durch unſer
udar Werk und Genug⸗ daß wir Ver R ig der Sünden bekommen und vor Gott gerecht werden
aus Gnaden um Chriſtus willen durch den Glauben, glauben, daß Chriſtus für uns
ſo wir
gelitten hat, und daß uns um ſeinetwillen die Sünde ver
gebe n, Gerechtigkeit und ewiges
Leben geſchenkt wird. Denn dieſen Glauben will Gott für Gerechtigkeit vor ihm halten und zurechnen, wie Sankt Paulus
ſagt Röm. 3 und 4.
Der fünſte Artikel.
Von dem Predigtamte. Solchen Glauben zu erlan gen, hat Gott das Predigtamt eingeſetzt, Evangelium und Sa⸗ krament gegeben, dadurch er als durch Mittel den heiligen


