Tod und
Eigene Weise 37 Unter Lilien jener Freuden sollst du weiden,
Seele, schwinge dich empor!
Als ein Adler flieh behende, Jesu Hände ö öffnen schon das Perlentor. 2 Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen
mit dem reinsten Jubelton.
3 Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder
meines Schiffleins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen
zu den Schafen,
die der Furcht entrücket sein.
4 Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben,
was die Erde in sich hält.
Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen?
Nein, ich eil ins Himmelszelt.
5 O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen
unser Mund erfüllet sei!
Du kannst durch des Todes Türen träumend führen
und machst uns auf einmal frei. 6 Du hast Sünd und Straf ge⸗ Furcht und Zagen tragen; muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt danieder, meine Glieder
werden fröhlich auferstehn.
Ewigkeit 21⁵
7 Gotteslamm, ich will dich loben hier und droben
mit der herzlichsten Begier.
Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben:
hole, Heiland, mich zu dir! Johann Ludw. Konr. Allendorf, 1693—1773
Eigene Weise
380 Wachet auf, ruft uns die Stimme
der Wächter sehr hoch auf der Zinne,
wach auf, du Stadt Jerusalem!
Mitternacht heißt diese Stunde;
sie rufen uns mit hellem Munde:
Wo seid ihr klugen Jungfrauen?
Wohlauf, der Bräutgam kömmt,
steht auf, die Lampen nehmt!
Halleluja:
Macht euch bereit
zu der Hochzeit;
ihr müsset ihm entgegengehn.
2 Zion hört die Wächter singen,
das Herz tut ihr vor Freuden springen,
sie wachet und steht eilend auf.
Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig,‚
von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig,
ihr Licht wird hell, ihr Stern geht
Nun komm, du werte Kron, lauf.
Herr Jesu, Gottes Sohn!
Hosianna:
Wir folgen all
zum Freudensaal
und halten mit das Abendmahl.


