Druckschrift 
Deutsches Kindergesangbuch / von Paul Zauleck in Bremen. Völlige Neubearbeitung nach den hinterlassenen Vorarbeiten seines Vaters hrsg. von Joh. Zauleck. [Mit Bildern von R. Schäfer]
Entstehung
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Natur und Ernte

2 Du schlummerst nun entkleidet; kein Lamm und Schäflein weidet auf deinen Aun und Höhn.

Der Vöglein Lied verstummet, und keine Biene summet; doch bist du auch im Schlummer

schön.

3 Die Zweig und Astlein schimmern, und tausend Lichter flimmern, wohin das Auge blickt.

Wer hat dein Bett bereitet,

die Decke dir gespreitet

und dich so schön mit Reif ge⸗ schmückt?

4 Der gute Vater droben hat dir dein Kleid gewoben, er schläft und schlummert nicht. So schlummre denn in Frieden! Der Vater weckt die Müden zu neuer Kraft und neuem Licht.

5 Bald in des Lenzes Wehen wirst du verjüngt erstehen

zum Leben wunderbar!

Sein Odem schwebt hernieder; dann, Erde, stehst du wieder

mit einem Blumenkranz im Haar!

Friedr. Adolf Krummacher, 17671845 Wir pflügen und wir

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den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des HDimmels Hand: der tut mit leisem Wehen

sich mild und heimlich auf

Eigene Weise

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und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.

Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, und hofft auf ihn!

2 Er sendet Tau und Regen und Sonn und Mondenschein und wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot: es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.

Alle gute Gabe usw.

3 Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her, der Strohhalm und die Sterne, das Sandkorn und das Meer. Von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst, von ihm das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm.

Alle gute Gabe usw.

4 Er läßt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf; er läßt die Winde wehen und tut die Wolken auf. Er schenkt uns soviel Freude, er macht uns frisch und rot; er gibt den Kühen Weide und unsern Kindern Brot.

Alle gute Gabe usw.

Matthias Claudius, 17401815