Druckschrift 
Deutsches Kindergesangbuch / von Paul Zauleck in Bremen. Völlige Neubearbeitung nach den hinterlassenen Vorarbeiten seines Vaters hrsg. von Joh. Zauleck. [Mit Bildern von R. Schäfer]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3 Schreckt dich im Wetter der Herr : bitte Gott!:(der Natur, und er verschonet die Flur.

Machen die künftigen Tage dir bang,

tröste dich wieder der Wachtelgesang. : Traue Gott!: deutet ihr lieblicher Klang.

S. Fr. Sauter, 17661846

Eigene Weise 35 Kommt, laßt uns doch anhören die Vöglein in dem Wald, wie sie den Schöpfer ehren, daß Berg und Tal erschallt. Sie singen ohne Sorgen, sind freudig, denken nicht, ob ihnen wohl auch morgen dies oder das gebricht.

2 Sie trachten nicht nach Schätzen mit Kummer, Müh und Streit; der Wald ist ihr Ergötzen, die Federn sind ihr Kleid.

Ihr Tisch ist stets gedecket, sie sind gar hoch vergnügt, weil jeder, was ihm schmecket, so viel ihm not ist, kriegt.

3 Sie hausen still im Neste, baun keine Scheunen auf, sind nirgends fremde Gäste und bieten nichts zu Kauf. Es singt dafür ein jeder, so gut er kann und mag,

dem Schöpfer helle Lieder

den ganzen lieben Tag.

Natur und Ernte

4 Der Mensch macht sich viel Plagen,

mehr als das arme Tier,

und spannt an seinen Wagen

viel tausend Sorgen für.

Was, spricht er,werd ich essen?

Was trink ich Armer doch?

Der Herr hat mein vergessen?

O Mensch, Gott lebet noch!

5 Kommt, die ihr Gott nicht trauet, daß er euch kleiden kann,

geht hin aufs Feld und schauet die schönen Lilien an.

Wer schuf denn ihr Geschmeide? Wenn Salomo wollt gehn

in Samt und Purpurseide,

wär er doch nicht so schön.

6 Du siehest sie nicht spinnen, doch sind sie so geschmückt, daß aller Künstler Sinnen darüber wird entzückt.

Der Herr, der solchermaßen den Blumen Kleider gibt, wird ohne Kleid nicht lassen den Menschen, den er liebt.

7 Auf, Seele, lern ihm trauen! O glaub: er läßt dich nicht. Lern kindlich auf ihn bauen, wenn etwas dir gebricht.

Sei ängstlich nicht für morgen, noch was du heut verzehrt, und lasse den nur sorgen, der alle Welt ernährt.

Andr. Heinr. Buchholz, 16071671