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Natur und Ernte 203
Weise: O daß ich tausend Zungen hätte
356 O Gott, von dem wir
alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 3 Du machst, daß man auf Hoff⸗ nung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal.
4 Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zum Brot; es mehret sich vielfältgerweise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 6 Wir wollens auch keinmal ver⸗ gessen, was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann, 1648—1715
Eigene Weise 35 Seht die Lilien auf dem Feld, wie sie wachsen, blühen. Sagt, wer hat sie hingestellt
ohne Sorg und Mühen?
Wer hat sie so schön gemacht, ausgeschmückt mit solcher Pracht, herrlich sondergleichen?:
2 Gott der Herr rief euch hervor, daß die Erd ihr schmücket, schwingt des Menschen Herz empor, niedrer Sorg entrücket; lehrt es gläubig aufwärtsschaun, ewig, ewig Gott vertraun,
: blühn als Himmelsblume.
3 Auf, mein Herz, sei unverzagt,
wirf auf ihn die Sorgen;
der nach trüber Winternacht
ruft den Frühlingsmorgen,
der die Blumen nicht vergißt,
auch mein guter Vater ist;
lob ihn, meine Seele!: Wilhelm Greef., 1809—1875
Eigene Weise 358 Singt Gottes Lob im Winter auch, er ist so ireu und gut;
er nimmt vor Frost und Sturmes⸗ die Saat in seine Hut. hauch
2 Er deckt sie mit dem Schnee so weich und sicher zu; Iso dicht, sie merkt den harten Winter nicht und schläft in stiller Ruh.
3 Singt Gottes Lob zur Winter⸗ er ist so treu und gut;[zeit, er schenkt dem Sperling warmes und warmes, rasches Blut. Kleid


