111 Zu Weihnachten.
1.
Dieß ist der Tag von Gott gemacht;* Ich will mich herzlich freuen.“ Auch mich hat heut der Herr bedacht;* Ich will ihm Lieder weihen. Das Heil, das aus der Jungfrau Schooß* Heut allen Adams⸗ kindern sproß,“* Ist auch für mich geboren.* Vor Deiner Krippe sing ich dann,* Und bete meinen Heiland an, In Wonne ganz verloren.
In meiner Bildung liegt er hier,* Den keine Namen nennen.* O Gott! o Kind! geläng es mir, *Die Gutthat ganz zu kennen!* Du steigest von dem Thron herab* Den dir mit sich Dein Vater gab,* Um hier für mich zu leiden;* Du wähltest, mir zu nützen heut,* Für Ueberfluß die Dürftig— keit, Den Stall für Himmelsfreuden.
Du weinst, mein Jesu! sei gegrüßt,* O gnadenreiche Zähre!* Sei mir mit Ehrfurcht auf— geküßt,“ O Tropfen aus dem Meere,* Das ein⸗ stens blutig strömen soll* Für mein und aller Sünder Wohl,* Sei auch für mich geweinet!*. Erwärme kaͤlter Christen Herz, Das ihres Hei— laͤnds ersten Schmerz Nicht zu empfinden scheinet!
Das meine soll Dein Wohnplatz sein,* Ge— liebtester aus Allen!* Es soll wie neu geschaffen, rein,“* Von Engeltrieben wallen. Komm aus der Krippe, komm zu mir* Bring echte Fröm⸗ migkeit mit dir* Und wahre Christen-Sitten!* O! noch nicht Richter, noch ein Kind!* Dieß macht mich hoffen; Kinder sind Ja leichter zu erbitten.
Du kehrest einst in Majestät, Vom Engelheer umringet* Wenn diese Welt in Trümmern geht.


