76 Erinnerung und Trost für Unfruchtbare.
gnädiger Wille über mich sei, dem ich mich dann von Grund meiner Seele ergeben will. Bewahre indessen mein Herz vor Neid, Argwohn, Ungeduld, Mißvergnügen gegen meinen Ehegatten, daß ich ihn dennoch herzlich liebe, ihn als mein Kind halte, und ihn lieber habe, wie zehn Söhne und Töchter. Ist es dein Wille, daß ich eine Zeitlang warte, und du mich dennoch zu einer fruchtbaren Mutter machen, an mich wie an Hanna gedenken willst, so überzeuge mein Herz von diesem deinem gnädigen Wohlgefallen; willst du mir aber keinen Erben geben, Herr, so soll das mein Erbe sein, daß ich deine Wege halte. Jesus soll meines Herzens Trost und mein Teil sein. Herr, Herr, es ist dir alles möglich; hast du Sara und Elisabeth über die Zeit der Natur lassen schwanger werden, so ist es dir auch ein Geringes, meine bisher unfruchtbare Ehe zu segnen. Herr, laß dich erbitten, so will ich für die Gabe dir danken mein Leben lang, und sie dir zum Preis und Ehre erziehen; ich will sie dir durch die heilige Taufe wieder schenken. Laß mich auch nicht scheel sehen, wenn du anderen das Haus voll Kinder gibst, sondern desto mehr Liebe, Gnade und Barmherzigkeit an armen und verlassenen Kindern er⸗ weisen, dieselben kleiden, versorgen, pflegen. Nun, Herr, deine Güte sei über uns, wie wir auf dich hoffen; erfreue mich, tröste mich, hilf mir, gib mir Kinder, wenn es dir wohlgefällt, aber nicht im Zorn, nicht zu meiner Strafe, nicht zu meiner Schande. Ist mir's nützlich, so gewähre mir nach deiner Barmherzigkeit meine Bitte; ist es aber dein Wohlgefallen nicht, so will ich dir kein Kind abzwingen, ja, ich will wider deinen gnädigen Willen nichts und auch keine Kinder haben. Herr, ich habe mein Herz vor dir ausgeschüttet, ach, schicke es, wie es mir selig und dir gefällig ist. Gib, daß ich meine Seele in Geduld fasse, bis du mir deine Hilfe erzeigen wirst.
Ich bin vergnügt in meinem Hoffen, Denn hilft Gott gleich nicht, wie ich will, So hat er schon den Schluß ge— troffen, Er weiß die beste Zeit und Ziel; Ich harr auf ihn, denn so betrügt Die Hoffnung nicht, ich bin vergnügt. Ich bin vergnügt, wird mir nur geben Der allerhöchste Wunder-—
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