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Erinnerung und Trost für Unfruchtbare. 73
6) Es sollen hierbei gottselige Ehefrauen den Spruch Pauli 1. Tim. 2, 15 nicht mißbrauchen, wenn es heißt: Das Weib wird selig werden durch Kinderzeugen, so sie bleibt im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung samt der Zucht. Denn in dem Spruch sagt Paulus nicht, daß die Weiber sollen durch Kinderzeugen selig werden, denn wir werden durch das Verdienst Jesu Christi und um seines ver⸗ gossenen Blutes willen vor Gott gerecht und selig(Röm. 3, 28; 5,1) und nicht durch Kindergebären; denn wenn das wahr wäre, so müßte ja keine Jungfrau selig werden können, wel⸗— ches wider Gott und sein heiliges Wort ist; sondern er führt diesen Spruch zum Trost der Ehefrauen an, nämlich, ob ihnen Gott schon große Schmerzen in der Geburt aufgelegt, darum, weil sich das Weib im Paradies verführen ließ, und die Uebertretung und Sünde eingeführt hat, daß doch Gott bei der Geburt ihnen wolle beistehen und durchhelfen; sie solle doch selig werden, ob sie gleich durch solches schmerzhafte Kindergebären den Zorn Gottes fühle, nämlich wenn sie würde in solchem Stande bleiben im Glauben an den Herrn Jesum, in der Liebe gegen Gott und Menschen, in der Heiligung des Lebens und in der Zucht und christlichem Wandel. Des-— wegen ist dieser Spruch ein Trostspruch in Kindesnöten, und eine Versicherung der Seligkeit derer, welche in Kindesnöten sterben, daß sie, der Schmerzen, die wegen der Sünde auf⸗ gelegt sind, ungeachtet, doch sollen selig werden, aber er zeigt keine Ursache der Seligkeit der Weiber an.
7) Es sollen Eheleute auch die Zeit abwarten und im Gebet anhalten. Etliche Bäume tragen gleich das erste Jahr, etliche aber nach Verlauf vieler Jahre. Darum sollen fromme Eheleute nicht alle Hoffnung wegwerfen; werfeteuer Ver⸗ trauen(auf Gott) nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Ebr. 10, 35. Wie nun Gott nicht allen Menschen zu gleicher Zeit leibliche Wohltaten gibt, sondern dem einen früher, dem andern später, also auch in diesen Gaben.
8) Hiebei sollen sich Eheleute auch fleißig hüten vor Miß⸗ vergnügen gegen ihren Ehegatten, wenn das Weib die Schuld auf den Mann, oder der Mann auf das Weib schieben wollte, sondern gedenken, daß es Gott sei, der ihnen die Frucht des Leibes nicht geben will. 1. Mos. 30, 1. Deswegen sie einander doch herzlich lieben und mit Gott zufrieden sein sollen, weil keines von beiden ohne Gottes Gaben, Segen und Willen etwas dazu tun kann. Besonders aber sollen sie sich auch vor Arg-—


