Lebenslauf des Verfassers.
Der verdiente Forscher in der Frankfurter Kirchenge— schichte, Herr Pfarrer Dr. Dechent in Frankfurt a. M., Niedenau, hat uns durch seine Güte in den Stand gesetzt, die neuesten Ergebnisse seiner Untersuchungen über Starcks Lebens- und Charakterbild in dem nun folgenden Lebens— lauf mit zu verwerten. Hiefür werden ihm nicht nur die Leser dieses Buches Dank wissen, sondern es sei ihm auch von dem Bearbeiter an dieser Stelle der geziemende Dank gesagt.
Johann Friedrich Starck, der Verfasser des„Täg⸗ lichen Handbuchs“ und vieler andern erbaulichen. Schriften, gehörte nach Herkunft und Lebensgang, obgleich nicht dort geboren, der damaligen freien Reichsstadt Frankfurt am Main an. Er wurde in Hildesheim am 10. Oktober 1680 geboren; aber seine Eltern stammten beide von Frankfurt und be— saßen das dortige Bürgerrecht. Sein Vater war Oger (Oyer) Starck, früher Bürger und Bäckermeister in Frank— furt, später Stadtfähnrich in Hildesheim, seine Mutter die Tochter des Bäckermeisters Johannes Rahnstadt in Frankfurt.
Da seine Mutter wenige Tage vor der Geburt dieses Sohnes einen schweren Fall tat, kam das Kind mit einer Verrenkung des rechten Fußes zur Welt; doch segnete Gott die Bemühungen eines geschickten Arztes so, daß man bei dem
Knaben im 10. Jahr nichts mehr von diesem Leiden bemerkte.“
Seine Eltern hatten ihn zu einem Handwerk bestimmt; aber es äußerte sich an dem Knaben ein so ungemeiner Trieb zum Studieren, daß sie ihn schließlich das Gymnasium in Hildesheim besuchen ließen, von wo er später die Universität in Gießen bezog. Aus seinem 12. Jahr blieb ihm lebens— länglich in Erinnerung, wie er einst in der Kirche einen


