17⁴4 Episteln und Evangelien.
Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überant⸗ wortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle.
Am 23. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Phil 3, 17—21.
Folget mir, lieben Brüder, und sehet buß die, die also wan⸗ deln, wie ihr uns habt zum 5on wach 10— Rgehg von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch wit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem ver⸗ kläͤrten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen.
Evangelium. Matth. 22, 15—22.
Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodis Dienern, und
sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und leh⸗ rest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand; denn
du achtest nicht das Ansehen der Menschen: darum sage uns, was dünket dich? Ists recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalk⸗ heit, spra er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kai⸗ sers. Da sprach er zu ihnen: So ebt dem Kaiser, was des Kai⸗ sers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwun⸗ derten sie sich und ließen ihn und! gingen davon.
Am 24. Sonntage nach Trinitatis.
Epistel. Col. 1, 9—14.
Derhalben auch wir von dem Tage an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens in allerlei geist⸗ licher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen und fruchtbar seid in allen guten Werken und wachset in der Erkenntniß Gottes und gestärket werdet mit aller Kraft nach sei⸗ ner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden, und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heili⸗ gen im Licht. Welcher uns er⸗ rettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns ver⸗ setzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden.


