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Christliches Gesangbuch für die evangelischen Gemeinden des Fürstenthums Minden und der Grafschaft Ravensberg : [nebst] Gebete [usw.]
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Sünde und Erlösung.

Daß ich meinen Lebenslauf Unter deinen Siegeshänden Möge ritterlich vollenden.

L. Aydr. Gotter, g. 1661, st. 1735.

Mel. Wie nach einer Wasserquelle.

22. Ewge Liebe, mein Ge⸗ müthe Waget einen kühnen Blick In den Abgrund deiner Güte; Send ihm einen Blick zurück, Einen Blick voll Hei⸗ terkeit, Der die Finsterniß zer⸗ streut, Die mein blödes Auge drücket, Wenn es nach dem Lichte blicket.

2. Ich verehre dich, o Liebe, Daß du dich beweget hast Und aus einem freien Triebe Den erwünschten Schluß gefaßt, Der im Fluch versenkten Welt Durch ein theures Lösegeld Und des eignen Sohnes Sterben, Gnad und Freiheit zu erwerben.

3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, Voller Huld und Freundlichkeit, Der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hülfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, Der in ihrem Schoße wohnt, Um zu retten die Rebellen Aus dem Pfuhl der tiefen Höllen!

4. Doch du hast, o weise

Liebe, Eine Ordnung auch

bestimmt, Daß sich der darin⸗ nen übe, Der am Segen An⸗ theil nimmt. Wer nur an den Mittler gläubt Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Son⸗ dern Heil und Leben sehen.

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5. Diesen Glauben anzu⸗ zünden, Der selbst Gottes Gabe heißt, Lässest du dich willig finden, Deinen heilgen guten Geist Denen, die ge⸗ beuget stehn, Die ihr Unver⸗ mögen sehn Und zum Thron der Gnaden eilen, Gern und reichlich mitzutheilen.

6. Wo du nun vorher ge⸗ sehen, Daß ein Mensch auf dieser Erd Deinem Geist nicht widerstehen, Noch sein Werk verhindern werd, Sondern ohne Heuchelschein Werd im Glauben feste sein: Diesen hast du auserwählet Und den Deinen zugezählet.

7. Du hast niemand zum Verderben Ohne Grund in Bann gethan; Die in ihren Sünden sterben, Die sind selber Schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, Der hat Fluch und Tod zum Lohn; Sein muthwillig Wi⸗ derstreben Schleußt ihn aus vom Heil und Leben.

8. Liebe, dir sei Lob gesun⸗ gen Für den höchst gerechten Schluß, Den die Schaar ver⸗ klärter Zungen Rühmen und bewundern muß, Den der Glaub in Demuth ehrt, Die Vernunft erstaunet hört Und umsonst sich unterwindet, Wie sie dessen Tief ergründet.

9. Liebe, laß mich dahin streben, Meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben So nach deinem Willen ein, Daß des Glau⸗ bens Frucht und Kraft, Den