Sünde und Erlösung. mir uns auch Gott sollt geben
8. Vergießen wird er mein Blut, Dazu mein Leben rauben. Das leid ich alles dir zu gut, Das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein Un⸗ schuld trägt die Sünde dein; Da bist du selig worden.
9. Gen Himmel zu dem Vater mein Fahr ich aus diesem Leben. Da will ich sein der Meister dein; Den Geist will ich dir geben, Der dich in Trübniß trösten soll Und lehren mich erkennen wohl Und in der Wahrheit leiten.
10. Was ich gethan hab und gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Damit das Reich Gotts werd gemehrt Zu Lob und seinen Ehren. Und hüte dich vor Menschen Satz, Da⸗ von verdirbt der edle Schatz. Das laß ich dir zur Letze“).
*) Labsal. Martin Luther, g. 1483, st. 1546.
20. Durch Adams Fall ist ganz verderbt Menschlich Natur und Wesen. Dasselb Gift ist auf uns geerbt, Daß wir nicht mochtn genesen Ohn Gottes Trost, der uns erlöst Hat von dem großen Schaden, Darein die Schlang Eva be⸗ zwang, Gotts Zorn auf sich zu laden.
2. Weil deun die Schlang Eva hat bracht, Daß sie ist abgefallen Von Gottes Wort, das sie veracht, Dadurch sie in uns allen Bracht hat den Tod, so war je Noth, Daß
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Sein lieben Sohn, den Gna⸗ denthron, In dem wir möchten leben.
3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld In Adam all verhöhnet: Also hat uns ein fremde Huld In Christo all versöhnet. Und wie wir all durch Adams Fall Sind ewigs Tods gestorben: Also hat Gott durch Christi Tod Ver⸗ neut, das war verdorben.
4. So er uns denn sein Sohn hat gschenkt, Da wir sein Feind noch waren, Der für uns ist ans Kreuz gehenkt, Getödt, gen Himmel gfahren, Dadurch wir sein von Tod und Pein Erlöst, so wir ver⸗ trauen In diesen Hort, des Vaters Wort: Wem wollt vorm Sterben grauen!
5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, Die Wahrheit und das Leben, Des Vaters Rath und ewig Wort, Den er uns hat gegeben Zu einem Schutz, daß wir mit Trutz An ihn fest sollen glauben; Darum uns bald kein Macht noch Gwalt Aus seiner Hand wird rauben.
6. Der Mensch ist gottlos und verrucht, Sein Heil ist auch noch ferren, Der Trost bei einem Menschen sucht Und
nicht bei Gott dem Herren. Denn wer ihm will ein ander Ziel Ohn diesen Tröster
stecken, Den mag gar bald des Teufels Gwalt Mit seiner List erschrecken.


