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Neues Gesangbuch für die Evangelisch-Lutherischen Gemeinden in den Kurfürstlich-Hessischen Landen
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II. Von den Eigenschaften Gottes. 15

hier, noch mehr in jener welt. Du schaffst ihm selbst aus leiden Den herrlichsten gewinn, Und führest ihn zu freuden, Die ewig währen, hin. Wie groß ist deine güte! Mich ihrer stets zu freun, Laß, gott, auch mein gemüthe Voll liebe zu dir seyn.

Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. l.

o weit nur deine sonnen 27. glänzen, Reicht deine huld, die uns erhält; Reicht über unsers himmels grenzen, O vater, bis zur fernsten welt; Gleich ewi⸗ gen gebürgen währt Die güte, die dein volk verehrt. ö

2. Dir, gott, ist kein geschöpf ver⸗ borgen: Richt eins, vom menschen bis aufs thier; Du würdigst alle deiner sorgen; Sie danken lust und leben dir. Es mag auch klein und niedrig seyn, Dir, gott, ist nichts zu groß, zu klein.

3. Mit frommen freudigem gemü⸗ the Erheb ich, gott, voll gnade, dich! Wie herrlich ist nicht deine güte! Wie liebst du uns so väterlich; Uns, die wir ohne furcht und graun Stets deinem schutz und segen traun!

4Mit welchem reichen überflusse Erfüllst du diese welt, dein haus! Du theilst ihn allen zum genusse, So väterlich, so reichlich aus, Und jedes lebens quelle fließt Aus dir, der du das leben bist.

5. Wir sehn, o herr, in deiner sonne, Den segen deiner hüld, dein licht; Entzeuch uns deiner güte wonne, Dein gnadenvolles aufsehn nicht! Herr, deine huͤld erfreue die, Die dich verehren! segne sie!

In eigner Melodie. Nr. 6.

28 Vie groß ist des allmächt⸗

gen güte! Ist der ein mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem gemüthe Den dank er⸗ erstickt, der ihm gebührte Nein, seine liebe zu ermessen, Sey ewig meine größte pflicht. Der herr hat mein

noch nie vergessen; Vergiß, mein herz, auch seiner nicht.

2, Wer hat mich wunderbar be⸗ reitet? Der gott, der meiyer nicht bedarf, Wer hat mit langmuth mich geleitet? Er, dessen rath ich oft verwarf. Wer stärkt den frieden im gewissen? Wer giebt dem geiste neue kraft? Wer läßt mich so viel guts genießen? Ists nicht sein arm, der alles schafft?

3. Blick, o mein geist, in jenes le⸗ ben, Für welches du erschaffen bist; Wo du mit herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein recht zu diesen freuden; Durch gottes güte sind sie dein. Sieh, darum mußte christus leiden, Damit du könntest selig seyn.

4. Und diesen gott sollt' ich nicht ehren, Und seine güte nicht ver stehn? Er sollte rufen? ich nicht hören? Den weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will' ist mir ins herz geschrieben: Sein wort be stärkt ihn ewiglich; Gott soll ich über alles lieben, Und meinen näch⸗ sten so, wie mich.

5. Dies ist mein dank; dies ist sein wille: Ich soll ganz liebe seyn, wie er. So lang ich dies gebot erfülle, Stell ich sein bildniß in mir her. Lebt seine lieb in meiner seele, So treibt sie mich zu jeder pflicht; Und ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die sünde nicht.

6. O gott, laß deine güt' und liebe Mir immerdar vor augen seyn. Sie stärk in mir die guten triebe, Mein ganzes leben dir zu weihn: Sie tröste mich in noth und schmer⸗ zen, Sie leite mich zur zeit des glücks; Und sie besieg in meinem herzen Die furcht des letzten au⸗ genblicks.

Mel. Sey lob und ehr dem ꝛc.

29.8 Wie viele freuden dank ich 9. dir, Die du mir, herr, verliehen! Und wie viel sünden hast du mir Aus gnaden nicht verzie

hen?