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Neues Gesangbuch für die Evangelisch-Lutherischen Gemeinden in den Kurfürstlich-Hessischen Landen
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Erste Abtheilung.

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hen! Gott, voll erbarmung und ge⸗ duld, Auch bei der mir verborgnen schuld, Währt ewig deine liebe.

2. Bedenk ich, schöpfer, deine macht, Blick' ich jene ferne, Und überseh des himmels pracht Und sonne, mond und sterne: So bet ich dich voll ehrfurcht an. Was ist der mensch, ruf ich alsdann, Daß du dich sein erbarmest?

3. Dein auge schaͤut auf ihn her⸗ abz So geht er nicht verloren.

Nicht för die welt, nicht für das grab Ist er allein geboren. Die welt vergeht mit ihrer lust; Der du den willen gottes thust, Dein glück soll ewig daͤuren.

4. Wann ich erwäache, denk ich dein, Und wann ich schlafen gehe z Denn du, mein vater, kannst vers leihn, was ich von dir erflehe Drum seufz ich kindlich stets zu dirt Herr, was mir nützet, schenke mir Um deiner güte willen.

9. Geduld und Langmuth Gottes.

Mel, Ein lämmlein geht und ꝛc. G'duld gott, wie viel ge⸗ 30. duld Beweisest du uns armen! Wir häufen leider unsre schuld; Du aber dein erbarmen. Was ist des menschen lebenslauf? Er ist verderbt von jugend auf, Und dem gesetz entgegen; Und gleich⸗ wohl, vater, suchst du ihn Langmü⸗ thig davon abzuziehen, Zur beßrung zu bewegen. ö 49

2. Der menschen elend jämmert dich; Selbst wenn sie sich verstocken So fuchst du sie doch väterlich Durch huld zu dir zu locken. Wie laͤnge fahst und riefest du Nicht ehmals deinem volke zu, Damit es sich be⸗ kehre! Wie trugst du nicht mit gü⸗ tigkeit Die erste welt so lange zeit, Eh sie die fluth verheerte.

3. Noch giebst du fündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen; Du läßt den unfruchtbaxen baum Nicht ohne pflege stehen; Du schonest sein von zeit zu zeit, Verziehest vollbarm⸗ herzigkeit, Ihn gänzlich abzuhauenz Du wartest sein mit größter treu, Und hörst, damit er fruchtbar sey, Nicht auf, an ihm zu bauen.

K. Langmüthigster! so große huld Bezeigst du frechen sündern; Und ol nicht weniger geduld Hast du mit deinen kindern; Sie werden ja, weil fleisch und welt Hier ih⸗ nen häufig netze stellt, Oft sicher, matt und träge; Sie straucheln, sie vergehen sich, Und fehlen oft⸗ mals wider dich, Auf blind ge⸗ wähltem wege.

5. Da warnst du sie vor der gefahr, So oft sie irre gehen; Reichst ihnen hand und stärke dar, Von sünden aufzustehen; Du trägest sie mit va⸗ terhuld, Bist willig, ihre sünden⸗ schuld Durch ehristum zu verge⸗ bent Giebst ihnen neue tugend⸗ kraft, Und nach vollbrachter pilger⸗ schaft, Ein ewig freudenleben. 6. Laß diese laͤngmuth und ge⸗ duld, Gott, unsre herzen rührenz Nie müß uns deine vaterhuld Zur sicherheit verführen! Trag uns erbarmend fernerhin; Doch gieb uns auch dabei den sinn, Daß wir die sünde hassen, Und uns noch in der gnadenzeit, Den vreichthum deiner gütigkeit Zur beßrung lei⸗ ten lassen.

III. Von der heiligen Dreieinigkeit.

Bekannte Melodie. llein gott in der höh sey ehr, Und dank sey seiner

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gnade. Er sorget, daß uns nimmer⸗ mehr Gefahr und unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit! Er will

nur