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Erste Abtheilung.
Es zeigen schrift, vernunft und
kreaturen, Der Gottheit spuren! 2. Sieh um dich her! sieh himmel, länder, meere; Sieh der geschöpfe
unzählbare heere! Schließ von dem bau und vom verstand der geister, Auf ihren meister.
3. O! sieh hinauf zu den gestirnten höhen, Wo welten sich in ihren krei⸗
sen drehen, Und von der bahn, ihr
jahrsziel zu erreichen, Kein haar⸗ breit weichen.
K. Sieh! wie die sonne jahr und tage theilet, Wie auch der mond durch seine laufbahn eilet, Und wie durch beide tag und nacht der erde Regieret werde.
5. Was machts, daß diese ord— nung stets vorhanden, Und un⸗ verrückt jahrtäusende bestanden 2 Kannst du der gottheit daseyn, kraft Und wesen Nicht darin lesen?
6. Sieh, mensch, du edler unter kreaturen! Sieh an dir selbst der gottheit klare spuren! Kannst du mit wahrheit dich verständig nen⸗— nen, Und gott mißkennen 2
7. O sünder! frag das nagende gewissen: Ist denn ein gott? o fühl doch in den bissen, Die du empfindest, fühl bei böser sache Den herrn der raͤche.
8. Doch nicht genug: es ist ein gott, zu sagen. Oft leugnets doch der mensch durch sein betragen, Wenn er, als wär kein gott, in sün⸗ den wandelt, Und gottlos handelt. 9. Du sagst: gott ist und kennt mein ganzes leben. Bist du ihm denn
19. Laß uns dein wort den weg der wahrheit lehren, Uns zeigen, wie wir dich stets recht verehren, Bis du uns einst zum himmel wirst erheben, Bei dir zu leben.
Mel. Wach auf, mein herz, und ꝛc. 6 O gott, aus deinen werken
* Kann ich dein daseyn mers ken; In allen kreaturen Find ich der gottheit spuren.
2. Das große weltgebäude, Dein ruhm und meine freude, Ruft in viel tausend ehören: Gott ist! gott mußt du ehren!
3. Wer sprach es, daß die erde, Und daß der himmel werde? Wer sprach es, daß im meere Des was⸗ sers sammlung wäre?
4. Wer ließ in jenen höhen Das sternenheer entstehen? Wer hieß des donners brüllen Die welt mit furcht erfüllen?
5. Du bists, gott: deine werke Erzählen deine stärke Und deine wei— se güte Dem achtsamen gemüthe. 6. Das würmchen in dem staube, Die bunte raup am laube, Das gras, die schlanken halmen, Sind deines ruhmes psalmen. ö 7. Herr, du bist hoch erhoben, Und ewig hoch zu loben, Wenn aͤuch der sünder rotten Dich leugnen und verspotten.
3. Laß alle, die dich kennen Und dich mit ehrfurcht nennen, Und die dir fest vertrauen, Dein gnädig antlitz schauen.
Mel. Aus meines herzens grunde.
auch recht zum dienst ergeben? Ist dank und gegenliebe im Gemüthe Für seine güte? ö
10. Im wohlstand trotzig, zaghaft in beschwerden, Vergötterst du oft dinge dieser erden, Machst gold zum trost, hältst fleisch für deinen ret⸗ ter; Elende götter!
Schvingt, heilige gedanken, 7. Euch von der erde los! Goͤtt, frei von allen schranken, Ist unaussprechlich groß. Er ist ein geist! lobsingt Vor seinem ange⸗ sichte! Gott wohnt in einem lichte, zu dem kein guge dringt.
2. Kein mensch kann ihn erreichen,
11. O hilf uns, gott, doch dei⸗Kein endlicher verstand. Wer darf nen heil'gen willen Mit redlichkeitssich ihm vergleichen? Wer hat ihn
und herzenslust erfüllenz
Sonst ganz erkannt? Macht euch von ihm
werden wir, beim ruhm des glau⸗kein bild! Wer kann den höchsten se⸗
bens lügen, Uns selbst betrügen.
hen,


