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Neues Gesangbuch für die Evangelisch-Lutherischen Gemeinden in den Kurfürstlich-Hessischen Landen
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I. Von Gott. 3

ewig lob erhöhen: Herr! du bist groß und zeigst es mit der that, Un⸗ endlich groß an huld, an macht und rath.

Mel. Christ, unser herr, zum ꝛc.

Gelt, mache du mich selbst be⸗ 4. reit, Vor deinen thron zu treten, Und deine große herrlichkeit Voll ehrfurcht anzubeten: Laß, herr, vor deinem angesicht Mein herz sich deiner freuen, Und einen strahl von deinem licht Die sinsterniß zerstreu⸗ en, Die mich hier noch umgiebet. 2. Du bist der herr, und keiner mehr; Nichts sind der heiden götter. Nur dir gebühret preis und ehr;z Kein helfer noch erretter Ist außer dir: laß mich allein Auf dich, oherr, vertrauen, Mein ganzes leben dir nur weihn, Mein glück blos auf dich hauen, Und dich niemals verleugnen.

3. Du bist der höchstvollkommne geist, Der vater aller geister; Dich preiset, was vernünftig heißt, Als seinen herrn und meister: Laß mei⸗ ner seele hohen werth Mich diese tu⸗ gend lehren, Daß ich, wie es dein wort begehrt, Dich möge kindlich eh⸗ ren, Im geist und in der wahrheit. k. Du bist, o gott, von ewigkeit, Und wirst allzeit bestehen; Es blei⸗ bet deine herrlichkeit, Wann him⸗ mel selbst vergehen. Laß von der erde eitlem tand Mein herz sich stets erheben Zu meinem wahren vater⸗ land, Und mich nach dem recht stre⸗ ben, Was ewig mich erfreuet.

5. O gott, was seyn wird, ist und war, Und was wir thun und dich⸗ ten, Das ist dir alles offenbar; Du wirst einst alles richten. Laß mich dein helles auge scheun, Aufrichtig vor dir wandeln, Und, deines bei⸗ falls mich erfreun, Auch dann recht⸗ schaffen handeln, Wann finsterniß mich decket.

6. Unendlich ist, herr, deine macht, Zu retten, die dich lieben, Und wenn der frevler dich verlacht, Auch straf⸗ recht auszuüben: Gieb, daß mich deiner allmacht schutz Stets, als ein

schild, bedecke; Mich auch nicht menschen-grimm und trutz, Nur dein gericht erschrecke: Du stra⸗ fest leib und seele.

7. Voll höchster weisheit bist du, gott! Kein mensch kann sie ergrün⸗ den. Umringt uns allenthalben noth, Du, herr, weißt rath zu finden: Be⸗ wahre mich, daß ich mich nicht Mit bangen sorgen quäle. Gieb, daß ich dirmitzuversicht Mein wohlund weh befehle, Und kindlich auf dich traue. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, Und kannst nichts böses leiden; Wer sagen will, er sey dein knecht, Muß jede sünde meiden: Gieb, daß ich mich der heiligkeit Mit rechtem ernst befleiße, Nachjage der rechtschaffen⸗ heit, Und deine wege preise, So wunderbar sie scheinen.

9. Du bist sehr gnädig, gott, und gut, Vergiebst die schuld dem sünderz Erbarmst dich, wie ein vater thut, Von herzen deiner kinder: Laß rei⸗ chen trost, von deiner huld, In mei⸗ ne seele fließen; Und laß mich nach bereuter schuld Auch wieder ruh ge⸗ nießen, Und dann vorsichtig handeln.

10. Gott, dessen wahrheit stets be⸗ steht: Wohl denen, die dir gläuben! Wann erd und himmel einst vergeht, Wird dein wort ewig bleiben: Gied, daß ich fürchte dein gericht, Und al⸗ les, was du dräuest; Auch hoffe, was dein wort verspricht, Daß du mirs gern verleihest: Wer hofft, wird nicht zu schanden.

11. Gott, wenn ich dich so kenn? und ehr', Dein wort zum grunde setze Erfreu'ich mich darüber mehr, Als über alle schätze; Bis ich dort dich, mein heil und licht! Vollkom⸗ mener erkenne, Von angesicht zu an⸗ gesicht Dich schaue, dich erkenne, Und unaufhörlich lobe.

Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc.

oder: Eigene Melodie N. 2.

Cest auch ein gott? wer darf 2. noch also fragen? Hört man nicht laute stimmen, die es sagen 2

A 2 Es