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Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche des Herzogtums Braunschweig vom Jahre 1902 : [nebst] Lektionar [und] Ordnung des Hauptgottesdienstes an den Sonn- und Festtagen
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A. Hirchengebete. 211

alten Woche keine alten Sünden mit in die neue nehmen. Gib uns neue Herzen und einen neuen gewissen Geist. Laß deine Gnade alle Morgen über uns neu aufgehen und erhalte uns bei deinem reinen Worte und bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente. Stärke auch mit Kraft aus der Höhe unsre Landesherrschaft und alle christlichen Obrigkeiten. Fördere guten Rat und nützliche Tat und wende Krieg, Seuche, Teuerung, Feuersbrunst, Wassersnot und sonst alles Herzeleid in Gnaden von uns ab. Gib uns Friede und Gesundheit, auch Glück und Heil zu unser aller Beruf und Stande. Und weil wir nun mit der neuen Woche unsre Amts⸗ und Berufs⸗ arbeit wieder antreten, so fange, o Gott, von neuem an uns zu segnen. Laß uns das Werk, dazu du uns berufen hast, mit Freuden angreifen und führe durch deinen Segen alles, was wir in deinem Namen anfangen, zu deiner Ehre, zu unserer und unseres Nächsten Wohlfahrt glücklich hinaus. Gefällt es dir aber, lieber Vater, uns in der angehenden Woche mit Kreuz und Trübsal heimzusuchen, so gib Geduld und mache uns das Kreuz nicht schwerer, als wir es tra⸗ gen können. Hast du endlich über einen oder den andern unter uns beschlossen, ihn in dieser Woche durch den zeitlichen Tod aus dieser Welt abzufordern, so gib demselben hier ein seliges Ende, daß er dort ewig bei dir sei, und wir zuletzt insgesamt nach aller Mühe und Ar⸗ beit auf Erden bei dir im Himmel einen Sabbath nach dem andern in ewiger Freude und Herrlichkeit feiern nögen. Das verleihe uns, o Gott, in des heiligen Geistes Kraft durch Jesum Christum. Amen. 18. Betstunde nach der Feier des heiligen Abendmahls.

Nun, mein Heiland, in deiner Kraft will ch hingehen, und was noch übrig ist, im Fleische zu leben, will ich nach deinem Willen zu⸗ bringen. Weil es aber nicht in eines Menschen Kraft steht, wie er wandle oder seinen Gang richte, so gib du mir das Vollbringen. Re⸗ giere mich durch deinen heiligen Geist, laß deine Güte und Treue mich allewege behüten. Laß mich empfinden, daß du durch den Glau⸗ ben in mir wohnest, durch die Liebe in mir lebest und durch die Hoff⸗ nung mich täglich stärkest. Gib, daß ich ohne Heuchelei in Sanftmut und Demut beständig einhergehe, damit dein Leben an mir offenbar werde. Gib mir alle Tage neue Kraft, daß ich mich selbst verleugne, die Welt verschmähe, dein Kreuz auf mich nehme und dir beständig nachfolge. Gib mir Mut und Stärke, daß ich meinen Feinden getrost widerstrebe, die Werke des Teufels in mir beständig töte, auch die Welt und was in der Welt ist, als Augenlust, Fleischeslust und hoff⸗ färtiges Wesen, siegreich überwinde. Laß mich in allen Stücken an

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