212 Gebete.
dir, meinem Haupte, wachsen und fruchtbar sein in allen guten Wer⸗ ken. Vollführe du selbst das gute Werk, das du in mir angefangen hast. Bleibe in mir und laß mich bleiben in dir; laß mich in deiner Liebe und Erkenntnis zunehmen, daß ich im Glauben bleibe, einen guten Kampf kämpfe, und durch den Tod zu dir in das ewige Leben dringe, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen ist zu deiner Rech⸗ ten ewiglich, da ich dann mit allen Auserwählten vor deinem Throne stehen und singen werde: Lob, Preis und Dank und Weisheit und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
B. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete.
1. Vor der Beichte.
Herr, du hast gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Auf solche deine Verheißung komme ich zu dir und glaube festiglich, ich werde nicht hinausgestoßen werden. Ich komme aber, weil ich mühselig und beladen bin. Es drückt und beschweret mich der Sünden Last, welche ich in demütiger Beichte vor deinem Angesicht niederlege. Ach Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor dir, ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Kind heiße. Du aber bist gnädig und barmherzig und von großer Güte. Darum trete ich mit gläubiger Zuversicht zu deinem Gnadenstuhle und be⸗ gehre demütiglich Gnade. Erlaß mir, o Gott, was ich dir schuldig bin, ich kann nicht zahlen aus Unvermögen, du aber kannst es mir erlassen aus Gnade. Geh nicht, ach geh nicht mit deinem Knechte (mit deiner Magd) ins Gericht. Rechne mir die Sünden nicht zu, die mein Gewissen beschweren, und verzeih mir auch die verborgenen Fehler. Siehe an das Blut deines Sohnes, dasselbe ist vergossen für die Sünde der Welt. Ich bin auch in der Welt und bin ein Sünder, darum ist es auch für mich vergossen. Ach Herr, du hast mich geschla⸗ gen, verbinde mich; du hast mich zerrissen, heile mich. Gib mir Glau⸗ ben und Beständigkeit, daß ich an deinem Tische ein würdiger Gast sei und in der Gottseligkeit zunehme. Führe und regiere mich hinfort, daß ich das Gute, so ich mir vorgenommen, ins Werk richten möge. Beuge das Herz zur Gottesfurcht, öffne die Ohren zum fleißigen Aufmerken auf dein Wort, die Lippen zum Lobe deines Namens. Segne meine Arbeit, verleih Frieden im Hause und öffentlich, wende ab die Argernisse, behüte die Meinen und regiere all unser Tun, daß es dir angenehm und den Gläubigen heilsam sein möge. Höre mein Seufzen, o mein Gott, ja erhöre es, daß ich in dir und du in mir sein und bleiben mögest. Amen.
mein wahr Gna
Leibe mich ich d Selie
Tisch


