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Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche des Herzogtums Braunschweig vom Jahre 1902 : [nebst] Lektionar [und] Ordnung des Hauptgottesdienstes an den Sonn- und Festtagen
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210 Gebete.

16. Tytenfeier.

Allmächtiger, ewiger Gott, deine Jahre währen für und für, wir aber vergehen in der Zeit, denn alles Fleisch ist wie Heu, und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume; das Gras verdorret, die Blume fällt ab. Lehre uns bedenken, daß es ein Ende mit uns haben muß, daß unser Leben ein Ziel hat, und wir davon müssen, damit wir uns allezeit bereit halten und auf ein seliges Ende im Glauben warten. Laß des Todes Gedanken und seinen Stachel uns nicht erschrecken, sondern laß uns allezeit aufsehen auf unsern Herrn Jesum Christum, der dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat. Er⸗ halte uns durch deinen Geist im Glauben und bei gutem Gewissen, daß wir nicht fäen auf das Fleisch, von welchem wir das Verderben ernten, sondern säen auf den Geist, zu ernten das ewige Leben. Bei dem Heimgange der Unsern, die in dem Herrn sterben, gib uns zu erkennen, daß sie selig sind von nun an, daß sie zu dir kommen, wo nicht Leid ist, noch Geschrei, noch Schmerzen, und daß du abwischest alle Tränen von ihren Augen. Herr Gott, du schauest allen Jammer und alles Elend; die Armen befehlen dir ihre Sache, du bist der Witwen und Waisen Helfer. Erscheine mit deinem kräftigen Troste allen Angefochtenen und Betrübten, und laß sie samt ihren im Glau⸗ ben entschlafenen Toten, die sie betrauern, mit Freuden einst gestellt werden vor dein Angesicht. Wenn aber unsre Zeit und Stunde kommt, so laß auch uns als deine Knechte im Frieden fahren. Be⸗ hüte uns vor einem bösen, schnellen Tode, laß uns voll Glaubens und reich an Früchten der Gerechtigkeit unsern Geist in deine Hände befehlen, und also unsern Lauf mit Freuden vollenden und das ewige Leben ergreifen. Amen.

17. Wyckhenbetstunden.

Barmherziger Gott und Vater, nachdem wir abermals eine Woche zurückgelegt haben und in eine neue eingetreten sind, so dan⸗ ken wir dir für alle uns erwiesenen Wohltaten. Du hast dein Wort und Sakrament unter uns rein und lauter erhalten, uns Ruhe und Frieden, auch tägliche Nahrung beschert. Du hast uns der vorigen Woche Tage und Plage gnädig überwinden helfen und lässest uns diese Woche mit Gesundheit und Freuden antreten. Für solche und alle anderen Guttaten sagen wir dir von Herzen Lob und Dank. Weil wir aber in der vergangenen Woche wider dich, Herr unser Gott, vielfältig gesündigt haben, so ist uns solches herzlich leid, und bitten wir alle um Gnade und Vergebung. Gib, daß wir aus der