Druckschrift 
Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche des Herzogtums Braunschweig vom Jahre 1902 : [nebst] Lektionar [und] Ordnung des Hauptgottesdienstes an den Sonn- und Festtagen
Einzelbild herunterladen

üden ttes die lber sand sicht die oses sie Das

Hzigt licht Bot⸗ eob⸗ die hem gen mit and Un⸗ ann und nd⸗ des Je- jen. um daß den In⸗ lei⸗ In⸗ ach die ert 0⁰

der Stadt Jerusalem. 18⁵

Mann nach Galiläa geschickt, um dort den Römern entgegen zu tre⸗ ten, wenn sie von Syrien aus ins Land kommen würden; und alles übte sich in den Waffen. Die Christen in Jerusalem jedoch, eingedenk der Weisung und des Befehls des Herrn, sahen das Gericht Gottes herannahen und flohen über die Berge nach Pella am jenseitigen Ufer des Jordans.

Die Römer ließen nicht lange auf sich warten, und die Adler sammelten sich. Der römische Feldherr Vespasian drang mit einem mächtigen Heere in Galiläa ein und unterwarf eine Stadt nach der andern. Josephus, der sich im offenen Felde nicht halten konnte, warf sich in die starke Festung Jotapata bei Tiberias und widerstand dort 7 Wochen lang dem Feinde. Da erstiegen aber in einer nebelichten Nacht die römischen Soldaten die Mauern, und alles, was Waffen trug, ward niedergemetzelt. Josephus selber entkam und flüchtete mit 29 Juden in die trockenen Wasserleitungen der Stadt, wo einige mit⸗ leidige Frauen ihn und seine Begleiter insgeheim ernährten. Er ward jedoch auch hier von den Römern entdeckt; seine 29 Begleiter töteten sich gegenseitig, um nicht den Heiden in die Hände zu fallen; Josephus selber aber ließ sich gefangennehmen und ward von Vespa⸗ sian dahin begnadigt, daß er als Gefangener in seinem Zelte bleiben mußte. Und das geschah gewiß nicht ohne göttliche Zulassung; denn Gott wollte einen Zeugen haben, der die Erfüllung seiner Gerichte aller Welt verkündigen könnte; und Josephus war nicht nur ein Jeldherr, sondern auch ein gelehrter Geschichtsschreiber und hat dann auch die Geschichte dieses Krieges und der Zerstörung Jerusalems als Augenzeuge beschrieben. Vespasian drang nun weiter siegreich in Judäa ein und war schon in die Nähe von Jerusalem gekommen, als er in Rom zum Kaiser ausgerufen ward. Er eilte deshalb nach Rom und überließ die weitere Führung des Krieges seinem Sohne Titus, der um Jerusalem eine Wagenburg schlug.

In Jerusalem selber wimmelte es von allerlei Volk; denn viel tausend Juden waren dorthin geeilt, teils um die Stadt zu schützen, teils um hinter ihren starken Mauern Schutz zu suchen. Es herrschte aber in der Stadt die größte Zwietracht. Drei Parteien insonderheit standen sich einander gegenüber: 1) Die Partei Simons, eines vor⸗ maligen Räuberhauptmanns, der die Außenwerke der Stadt inne⸗ hatte; 2) die Zeloten, d. h. Eiferer, die unter dem Vorwande des Eifers für den Glauben und die Freiheit die größten Grausamkeiten verübten, und die unter Anführung des Johannes von Giscala die mittlere Stadt besetzt hielten, und 3) die Partei Eleasars, der, von