184 Beschreibung der Serstörung
Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem.
Als das vormals von Gott so hoch begnadigte Volk der Juden das Maß seiner Sünden durch die Verwerfung des Sohnes Gottes erfüllt hatte, ward es von den Strafgerichten Gottes getroffen, die durch Mosen und die Propheten und von dem Sohne Gottes selber ihm zuvor angedroht waren. Das Werkzeug hierbei in Gottes Hand waren die Römer, ein Volk von fern her, des Sprache sie nicht kannten, das wie ein Adler flog, ein freches Volk, das nicht ansah die Person der Alten, noch schonte der Jünglinge; wie denn schon Moses bezeugt hatte, daß ein solches Volk über sie kommen würde, wenn sie der Stimme ihres Gottes nicht gehorchten(5. Moses 26, 49). Das Strafgericht selber ward aber also vollzogen.
Nachdem die Juden Jesum Christum verworfen und gekreuzigt hatten, wurden sie hingegeben in verkehrten Sinn, zu tun, was nicht taugt. Sie übertraten immer augenfälliger die heiligen Gebote Got⸗ tes und setzten ihre ganze Religion nur in eine abergläubische Beob⸗ achtung äußerlicher Gebräuche. Die Ungerechtigkeit nahm zu, und die Liebe erkaltete. Vornehme und Geringe überließen sich mit frechem Leichtsinn allen Lastern. Uppigkeit, Unordnungen und Spaltungen zeigten sich allenthalben. Jerusalem und das ganze Land ward mit Räubern und Mördern angefüllt. Der Greuel der Verwüstung stand an heiliger Stätte. Die römischen Landpfleger steuerten solchen Un⸗ ordnungen nicht nur nicht, sondern förderten sie wohl gar, um dann bei dem nachherigen Einschreiten desto größere Erpressungen und Gewalttätigkeiten sich erlauben zu können. So nahm z. B. der Land⸗ pfleger Gessius Florus einmal bei Unterdrückung eines Aufstandes einen Teil des Tempelschatzes für sich weg, ließ 3000 Juden in Je⸗ rusalem niederhauen und viele Vornehme geißeln und kreuzigen. Solch Verfahren erbitterte dann wieder die Juden und reizte sie um so mehr, das ohnehin verhaßte Joch der Römer abzuwerfen, so daß Rotten und Aufruhr nichts Seltenes waren. Als nun gar die Juden über Cestius, den Landpfleger von Syrien, der auch einmal zur Un⸗ terdrückung eines solchen Aufruhrs herbeigekommen war, einen klei⸗ nen Sieg davongetragen hatten und überdies gerade damals die An⸗ kunft eines weltlichen Messias recht zuversichtlich erwarteten, brach der Aufstand im ganzen Lande aus und ward der Krieg gegen die Römer beschlossen. Die Mauern Jerusalems wurden ausgebessert und befestigt, der Feldherr Josephus mit einem Heere von 100 000
Jeldher auch di als Au Judäa als er Rom 1 Titus,
I tausen⸗ teils ur aber ii stander malige hatte; Eifers verübt mittle:


