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8 Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung
Und die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen seine seleider, und machten vier Teile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Teil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie untereinander: Laßt uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da sagt:„Sie haben meine Kleider unter sich geteilet, und haben über meinen Rock das Los geworfen.“ Solches taten die Kriegsknechte. Und sie saßen allda, und hüteten sein. Es war aber um die dritte Stunde, da sie ihn treuzigten.
Und das Volk stund, und sah zu. Die aber vorübergingen, lästerten ihn, und schüttelten ihre Köpfe, und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel, und bauest ihn in dreien Tagen, hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuz! Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn untereinander mit den Schriftgelehrten und Altesten samt dem Volke, und sprachen: Er hat andern geholfen, und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christus, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, so helfe er ihm selber, und steige nun vom Kreuz, auf daß wirs sehen, und glauben ihm. Er hat Gott vertraut, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm, und brachten ihm Essig, und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber.
Aber der Übeltäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist Du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andre, strafte ihn, und nen Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig drinnen, denn wir empfangen, was unsre Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: HErr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein.
Es stunden aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe, und den Junger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich.
Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die dabei stunden, da sie das höreten, sprachen sie: Siehe, er ruft den Elias.
Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war daß die Schrift ersüllet würde, spricht er: Mich dürstet. Da stund ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm, und füllte ihn mit Essig, und steckte ihn auf ein Rohr von YPsop, und hielts ihm dar zum Munde, und tränkete ihn, und sprach mit den andern: Halt, laß sehen,
ob Elias komme und ihn herabnehme. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und abermal rief er laut, und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt, und ab seinen Geist auf.
Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die
Gräber taten sich auf, und stunden auf viel Leiber der Heiligen, die da


