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Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche : [nebst] Gebete [und] Lektionar [und] Ordnung des Haupt-Gottesdienstes an Sonn- und Festtagen
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unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi. 207

bist Du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hats größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen, und sprachen: Lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich selbst zum Könige macht, der ist wider den Kaiser.

Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus, und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf Ebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in Ostern, um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König denn den Kaiser. Da überantwortete er ihn, daß er gekreuziget würde.

Vierte Abteilung. Die Kreuzigung und der Tod Jesu

Da nahmen die Kriegsknechte Jesum,(den sie verspottet hatten,) zogen ihm den Mantel aus, und zogen ihm seine eigenen Kleider an, und führten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten; und er trug sein Kreuz. Und indem sie Hamen Sem fanden sie einen Menschen, der vorüberging, von Kyrene, mit

amen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater Alexandri und Rufi war; den zwangen sie, und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge.

Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen, und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfangen, zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das tut am grünen Holz, was will am dürren werden? ö

Es wurden aber auch hingeführet zween andre Übeltäter, daß sie mit ihm abgetan würden. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißt auf Ebräisch Golgatha, das ist verdeutschet Schädelstätte, und sie gaben ihm Myrrhen im Wein zu trinken; und da ers schmeckte, wollte ers nicht trinken.

Und sie kreuzigten ihn daselbst und die zween Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken, Jesum aber mitten inne. Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt:Er ist unter die Übeltäter gerechnet. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Pilatus aber schrieb eine Überschrift, und setzte sie auf das Kreuz oben

u seinem Haupt, als die Ursache seines Todes. Es war aber geschrieben:

esus von Nazareth, der Juden König. Diese Überschrift lasen viel Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Und es war geschrieben auf ebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreib nicht: Der Juden König, sondern daß Er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.