Adventslieder.
10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal!
Paul Gerhardt g. 1607 + 1676.
29.
Eigene Melodie. Rewmst du, kommst du, Licht * der Heiden? Ja du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht; o du starker Trost im Leiden, Jesu, meines
Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja du bist bereits zugegen,
du Weltheiland, Jungfraunsohn; meine Sinne spüren schon deinen gnadenvollen Segen, deine Wun⸗ derseelenkraft, deine Frucht und Herzenssaft.
3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht.
4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, 0 Seelengast, lebenszeit erwiesen hast.
5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Ge⸗ duld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hoch⸗ erhaben. Dann so will ich für und für Hosianna singen dir.
Ernst Christ. Homburg g. 1605 4+ 1681.
30.
Eigene Melodie. GHett sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat!
2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist er⸗ füllt nach Herrlichkeit.
3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt.
4. Sei willkommen, o mein Heil! Dir Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an!
5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sünden Wust!
6. Und gleich wie dein Ankunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanft⸗ mut mir bereit!
7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt.
8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich aller Angste frei dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan,
9. Daß, wenn du, du Lebens⸗ fürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn.
Henr. Held um 1650.


