5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch Geduld.
6. Leg' ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg' oder zieh' ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zuhanden, so tröstet mich sein Wort.
7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Un⸗ fall unter allen wird mir zu harte fallen, ich will ihn überstehn.
8. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß die rechte Zeit.
9. So sei nun, Seele, deine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe weiß allen Sachen Rat. Paul Fleming, 1609- 1640.
Mel. Herzlich tut mich verlangen.
445. Befiehl du deine Wege und was dein
Herze kränkt, der aller treusten Pflege
des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft
und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der
wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.
2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dir's
soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen,
wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und
mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich garnichts nehmen; es muß erbeten sein.


