Druckschrift 
Lieder und Gedichte für freireligiöse Erbauung / hrsg. im Auftr. der deutschkatholischen (freireligiösen) Gemeinde zu Offenbach am Main
Einzelbild herunterladen

5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er. Solang ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwach heit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht.

6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weih'n; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks.

Christian Fürchtegott Gellert, 17151769.

Mel. O Welt, ich muß dich lassen.

444. In allen meinen Taten laß ich den

Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, selbst geben Rat und Tat.

2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst. Er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell's in seine Gunst.

3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen und was mir selig ist. Ich nehm' es, wie er's gibet; was ihm von mir beliebet, das hab ich auch erkiest.

4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schützt. Leb' ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir nützt.