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Lieder und Gedichte für freireligiöse Erbauung / hrsg. im Auftr. der deutschkatholischen (freireligiösen) Gemeinde zu Offenbach am Main
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6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich ihr Gerechten, der Herr hilft seinen Knechten!

Christian Fürchtegott Gellert, 17151769.

Eigene Melodie.

443. Die groß ist des Allmächt'gen Güte!

Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt! Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht; der Herr hat mein iht nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht.

2. Wer hat mich wunderbar bereitet! Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Lang⸗ mut mich geleitet, Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen, wer gibt dem Geiste neue Kraft, wer lässet mich so Gut's genießen! Ist's nicht sein Arm, der alles schafft!

3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlich keit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein.

4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn! Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht geh'n! Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich.