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Gesangbuch für die Evangelischen Gemeinden der Provinz Posen
Entstehung
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IV

der Provinz, die ein neues Gesangbuch einführen wollen zu empfehlen. Auch die beiden Nachbarprovinzen, Branden⸗ burg und Schlesien, erhielten so Provinzial⸗Gesangbücher, die von vielen Gemeinden jener Provinzen dankbar auf⸗ und angenommen wurden und in dem Maße ihrer Verbreitung dem oben bezeichneten, auch dort vielfach beklagten Mißstande Abhilfe schafften. So war das Brandenburger Gesangbuch nach 6 Jahren schon in 926 von den 1300 Gemeinden der Provinz eingeführt.

So lockend das Vorbild der Nachbarprovinzen war, so sehr scheute man sich doch in der Provinz Posen zunächst, einen ähnlichen Versuch zu machen. Man fürchtete, die Zahl ihrer Gemeinden sei zu klein, nach ihrer ganzen Ge schichte und Eigenart die Neigung derselben, sich an die be⸗ nachbarten Provinzen anzulehnen und demgemäß auch ihre Gesangbücher zu benutzen, zu groß, und der Wert mancher dieser Gesangbücher ein unbestrittener und darum die Aus⸗ sicht, an ihrer Stelle ein neues einzuführen, zu gering. Zwei äußere Umstände veranlaßten uns, trotzdem die Angelegenheit der letzten Provinzial⸗Synode von Neuem zur Beratung vorzulegen. Einmal ist das sogenannte alte Posener Gesang⸗ buch im Buchhandel schon längst, jetzt auch antiquarisch nicht mehr zu beschaffen. Eine Anzahl Gemeinden der Provinzi die dasselbe bis heute noch benutzen, sind deshalb ge⸗ zwungen, ein neues Gesangbuch einzuführen. Zum Andern zeigte der Verleger des oben erwähntenGesangbuchs für die evangelischen Gemeinden der Provinz Posen an, daß auch die vierte Auflage desselben vergriffen sei. Es bot sich dadurch die Gelegenheit dar, nicht blos durch Beseitigung der Druckfehler, sondern auch durch weitergehende Veränderungen das Buch in einer neuen, der fünften Auflage wesentlich zu verbessern und dadurch wertwoller zu machen.

Die von uns mit der Prüfung des Gesangbuchs beauf⸗ tragte Kommission kam je länger je mehr zu der Ueberzeugung