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Anmerkungen. 221
26. Nr. 115. Zu diesem Liede habe ich in dem Valentin Schumannschen Gesangbuche von 9 die erste einstimmige Aufzeichnung der Melodie gefunden, und in dieser unverfälschten Gestalt ist sie hier zum erstenmal wieder abgedruckt. Die letzte Zeile der 3. Strophe hat nach Aussage der ältesten Gesangbücher ursprünglich gelautet erbarm dich unser Armen', nämlich miserére nostri miserorum. Der Misverstand eer⸗ barm dich unfrer Armen' lag nahe, man änderte also bald erbarm dich unser, Amen' und später erbarm dich unser Aller'. Der ursprüngliche Wortlaut schwerlich, aber der ursprüngliche Sinn könnte doch wieder hergestellt werden.
27. Nr. 123. Dieses bekannteste von den sieben Liedern Caspar Melissanders ist vom Jahre 1574, wie die erste Ausgabe des Betbüchleins von 1582 angibt; in der Ausgabe von 1592 steht durch einen Druckfehler 1584.
Es ist über das Symbolum der Herzogin Maria Herr wie du wilt'
gemacht und tägliches Gebet derselben gewesen; die Anfangsbuchstaben
der Strophen bedeuten„Herzogin zu Sachsen.“
28. Nro. 124. Mich verlangt nach einer kirchlichen Autorität, welche im An⸗ fang d trophe das Wort Engelein' beseitigte. Wer sonst möchte sich an diesem gewaltigen Liede vergreifen? Aber die Bibel kennt keine Engelein', sondern starke Helden, die seinen Befehl ausrichten'. Eng⸗ lein“ sind durch die Mahler aufgekommen, im Kirchenliede eine un⸗ leidliche Sentimentali Raphael füllt ganze Himmelsräume mit Kindergesichtern aus, die Engeln angehören sollen; die beiden kleinen Ge⸗ schöpfe unter der sixtinischen Madonna kommen an Bedeutung und Schönheit kaum den Engleinsköpfen an unsern Orgeln und Kanzeln gleich: es läßt sich gar nichts bei ihnen denken.
29. Nr. 125. Den Text dieses Liedes habe ich aus dem Erfurter Gesang⸗ büchlein von 1531 entnommen. Die vorletzte Zeile der ersten Strophe meim Nächsten nutz sein', wärend die vorangehende und die folgende Zeile den Infinitiv mit zu haben, zeigt deutlich, daß in dieser Zeile durch alle Strophen nur 5 Sylben beabsichtigt sind, daß also auch in der 3. Strophe nur so viel gesungen werden dürfen.
30. Nr. 147. Ich habe mich nicht entschließen können, die Originalmelodie von Heinrich Albert, wie wir sie in seinen Arien(bei K. v. Winterfeld II. Nr. 66) finden, aufzunehmen, sondern es gegen Dr. Arnolds Ansicht und Rath vorgezogen, dem Bayrischen Gesangbuche zu folgen, welches dieselbe auf das würdige kirchliche Maß zurückgeführt hat.
31. Nr. 149. Dieses Lied Martin Behms ist eines von den fünfen, die schon aus dem Jahre 1593 stammen; es hatte damals noch keine strophische Form, lautete auch sonst noch etwas anders und erschien erst 1608 in der vorliegenden Gestalt. Beidemal ist es noch mit einer Fortsetzung ver⸗ sehen, welche aber in den Gesangbüchern mit Recht fehlt. Der Name des Dichters heißt Behm, nicht Behme, wie aus Versehen unter den von ihm aufgenommenen Liedern in meinem Gesangbüchlein steht.
32. Nr. 161. Die vorletzte Zeile des Liedes heißt im Original Vor Schre⸗ cken, Gspenst und Feuersnoth'. Sollte man diß nicht mit Rücksicht auf Weish. Sal. 17. stehen laßen dürfen? Und aus demselben Grunde in Nr. 168 die Strophe Oeffne deiner Güte Fenster', welche nach der vierten folgen müßte, beibehalten?
33. Nr. 178. Dieses Lied Joh. Leons ist v. J. 1582. Die 4. Strophe kommt überein mit der 12ten des Liedes Ich hab mein Sach Gott heim⸗ gestellt', das man bis dabin Joh. Pappus zuschrieb, und die vorange⸗ hende Strophe hat in beiden Liedern gleiche Schlußzeilen; das Ende der 5. Strophe stimmt zu dem der 15. in jenem Liede, mit welcher dieses auch hätte schließen können. Das Lied Nr. 206 aus demselben Jahre 1582 ist ebenfalls von Joh. Leon; die 4 Strophen desselben entsprechen


