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Kleines Gesangbuch geistlicher Lieder für Kirche, Schule und Haus / durch Philipp Wackernagel
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Nro. 67. Die letzten Zeilen der

Anmerkungen. 219

das Land bedecken, werden wir gern in unsern Gesangbüchern jene Stro⸗ 928 7 zaufsuchen und singen und beten. Diß gilt auch von der 10. Strophe des Liedes Nro. 20, die ich in ihrem ursprünglichen Wortlaut aufge⸗ Aommen. Nro. 48. Mit diesem Liede bin ich jetzt bis nahe an die Quelle heran⸗ gerückt: es steht hier nach dem Erfurter Gesangbüchlein von 1531. Och habe deswegen auch in der zweiten Strophe die Formen unser, selbs und ander, so wie in der dritten zu sehr stehen laßen. Die Melodie hat Dr. Arnold aus dieser Quelle in meisterhafter Weise zu Recht gestellt.

2. Nro. 49. Zeile 2 dieses Liedes heißt ursprünglich Und steur des Pabsts

und Türken Mord', 730 berechtigt und nothwendig als möglich bis auf den heutigen Tag, und dennoch in öffentlichen Gesangbüchern wegen der Vermischtheit unsrer Staats- und Kirchen-Verhältnisse nicht mehr oder noch nicht wieder zuläßig. Zeile 4 hat wollten die Bedeutung von möchten und könnte wöllten lauten. Nro. 50. Dieses Lied findet sich in dem Büchlein von Nic. Selnecker Der Psalter mit kurzen Summarien' von 1581, vielleicht schon in der ersten Ausgabe von 1571; später hat er es zu einem längeren Liede verarbeitet und dieses in seine Sammlung von 1587 aufgenommen. In einem Nürnberger Gesangbuche von 1611 sind dem Liede zwei nicht von Selnecker herrührende, in älteren Drucken für sich stehende Strophen vorgesetzt, und seitdem findet man es unter dem Anfange Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ'. So schön diese beiden Strophen sein mögen, so we⸗ nig eignen sie sich vor dem Selneckerschen Liede und sollten lieber, falls keine anderen Hinternisse entgegen stehen, in den Gesangbüchern wieder ein besonderes Lied bilden. Nro. 62. Damit man dieses Lied auf die Weise des Richterschen Es kostet viel ein Christ zu sein' singen könne, habe ich die erste Zeile der Melodie 257 dritten gleich machen müßen.

3. Strophe dürfen nicht der Sage vom heiligen Gral gemäß lauten. letzten Zeilen der 7. Strophe haben sich in rtemberg zu einem schgebet gestaltet: Jesu, segne diese Speise, uns zur Kraft und dir zum Preise'.

3. Nro. 68. Sollte man nicht in der ersten Strophe setzen dürfen Da ist

kein Mann, der helfen kann'? Grammatische Fehler, wie der in der ersten Zeile der letzten Strophe, sind sehr bedenklich in einem Gesangbuche, weil sie zu immer größerer Abstumpfung des Sprachgefühls im Volke mitwirken. So übel freilich ist jener Fehler nicht, als es die drei in der 3. Strophe des Freisteinischen Liedes Mache dich mein Geist bereit' sind: die Zeilen Wache, sonsten wird sein Licht dir noch ferne däuchten sind wegen der Form sonsten und des noch schlimmern Infinitivs däuchten. keinem Gesangbuche brauchbar.

. Nro. 70. Dieses Lied und die drei unter bas; 74, 114 und 220 stehen⸗

den sind von Heinrich von Laufenberg, das eine(114) in wörtlicher Uebereinstimmung, das andere mit Auslaßungen und Abänderungen. Die besonders durch ihre große Einfachheit anziehenden schönen Me⸗ lod dien, welche ich mir nebst anderen i. J. 1840 aus dem betr. Straß⸗ burger Codex abgeschrieben, hat Dr. Arnold entziffert und in die heutige Notenschrift übertragen; besonders schön lauten dieselben mit der von ihm dazu erfundenen Begleitung.

Nro. 72. Den Text dieses Liedes habe ich aus einem alten Nürnberger Druck von Georg Wachter, der spätestens in das Jahr 1530 fällt, ent⸗ nommen. Die 7. Zeile der letzten Strophe lautet eigentlich Damit wir ihm gefällig sein, wie auch das Elberfelder lutherische Gesangbuch liest; das Bayrische aber setzt dafür Daß wir ihm Jein zum Dienst bereit' indem es dem Worte ggefällig' einen falschen S Sinn beimißt.