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Gesang- und Gebetbuch für die Erzdiözese Cöln
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616 Kurze Betrachtungen auf alle Tage d. Monates.

nichts leiden will, kennzeichnet sich als eine ver⸗ worfene. Man muß nun einmal leiden ent⸗ weder in dieser oder in der andern Welt.

Anwendung. Erflehe vom gekreuzigten Hei⸗ lande die Gnade, an seinem Leiden teilnehmen zu können, um dereinst teilzuhaben an seiner Herrlichkeit.

Wer sein Kreuz nicht trägt, ist meiner nicht wert. Luk. 14.

23. Von der Gleichförmigkeit mit dem göttlichen Willen.

1. Das größte Glück eines vernünftigen Geschöpfes ist, wollen, was sein Schöpfer will; darin besteht gerade die wahre Heiligkeit. Die Heiligen sind nur heilig geworden, weil ihr Wille mit dem Willen Gottes gleichförmig war. Welche Tugenden du auch haben magst, besitzest du diese nicht, so besitzest du die wahre Fröm⸗ migkeit nicht.

2. Wer mit Gottes Willen und Anordnung nicht zufrieden ist, erhebt sich gewissermaßen gegen die Herrschaft Gottes; denn alles, was geschieht, geschieht auf dessen Befehl oder weise Zulassung. Warum sollte ich nicht mit dem zu⸗ frieden sein, was eine unendliche Weisheit an⸗ ordnet?

3. Gott läßt nichts zu, was nicht zu meinem Besten wäre. Selbst wenn er das Schwert er⸗ griffe, um mich zu töten, wäre ich sicher, daß seine Hand von seinem gütigen Herzen geführt würde. Was habe ich aber von einem Herzen zu fürchten, das mich so sehr liebt? Ein Blick auf den Gang der götilichen Vorsehung wird mir