sauber gemacht, ein Rivanoldrain eingelegt. Weiter, der nächste. Bauchschuß. Aus- sichtslos. Einen Verbandfetzen auf die Einschußstelle und beiscite gelegt.
Der nächste!
Und da waren Kranke: Wo fehlt's?— Der Kopf! Der Bauch! Die Füße dick! Die Gelenke geschwollen! Stiche in der Seite! Und da waren auch solche: Alles tut weh, oben und unten, innen und außen!— Von welchem Truppenteil sind Sie?— Vom Truppenteil soundso!— Nun, dann gehen Sie mal wieder zu Ihrer Truppe! Es gab Verwundete, gehfähige, sitzfãhige und Schwerverwundete, es gab Kranke, es gab auch Drückeberger. Zwei Krzte und dreißig Sanitätsgehilfen sichteten die Masse, sie arbeiteten auf“. Am Abend waren es einige Hundert gewesen, morgens waren es noch immer einige Hundert. Aus Wertjatschi, aus Peskowatka fuhren be- ladene San-kas vor.
Der nächste, der nächste...
„Herr Stabsarzt, in den Stuben ist kein Platz mehr!“—„In Marsch setzen, sollen an der Straße einen LKW anhalten und sehen, wie sie weiterkommen. Wer gehen kann, muß gehen; wer sitzen kann, soll sitzen! Der nächste!“
Aus Peskowatka mit Verwundeten beladene San-kas, von der Front mit Verwundeten beladene Munitionsfahrzeuge. In den Hütten kein Plat? mehr. Die Fahrer legten die Leute vors Haus und fuhren wieder ab. In den Bauernstuben hockten sie an den Wãnden, die Sitzfãhigen, auch Solche, die nicht sitzen konnten; hoffnungslos Schwer- verwundete lagen am Boden, auf den Holzplanken und in den Lehmhütten auf dem gestampften Lehm.
Vierhundert und darũber zählte der Feldwebel.
Neben dem Operationshaus wurde ein Pferd geschlachtet für die Feldküche, hinter dem Haus eine Grube ausgehoben für die Verstorbenen, eine zweite Grube für Blut, Fleischfetzen, Fiter, die eimerweise hinausgetragen wurden.
Der nächste...
Der Soldat zeigte seine aufgeschwollenen bläulich gefärbten Füße. Erfrierung ersten Grades—„Frostsalbe. Einsatzfãhig!“ Der Soldat erhielt von einem Sanitäter eine braune Salbe und einen Verband, nicht so dick, daß er die Füße in die Schuhe nicht hineinbringen könnte. Er wurde einem Feldwebel übergeben. Der Feldwebel sam- melte noch weitere Binsatzfãhige. Andere, die in die Hütten hineingeblickt hatten und nicht bleiben wollten, meldeten sich selbst. Ein Unteroffizier übernahm die Führung und ab z0g der Haufen, ohne Kommando und ohne Tritt, hinein in die aut brauende Nacht, Richtung Peskowatka, Richtung Front.
Der nächste..
Lehm- und blutverschmierte Lappen, verkrustete Wunden, offene Wunden. Unter dem Sbalpell frisch aufquellendes Blut. Die Türen verschlossen, die Fenster ver- Schlossen. Brodem aus hundert eitrigen Wunden. Wilde Verwesungsdünste wie aus tropischem Sumpf. 38 Grad Hitze zeigte das Thermometer, und vor den Fenstern Stand zum zweitenmal die eisige Macht. Schwarzer Kaffee. Pervitin. Weiter! Sichten,
44


