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Revolte der Heiligen : Roman / Ernst Sommer
Entstehung
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undurchsichtig gemacht. Nur durch die zertrümmerten Seiten- fenster rieselten dünne Strahlen Tageslicht.

Peter kämpfte im Halbdunkel. Treibriemen und Schwungräder legten sich vor seine Brust, eine aufgestellte Werkbank deckte sei- nen Rücken. Er aber zerteilte den Strom der Andringenden. Um ihn kreisten tosende Wirbel. Sie rissen Ruth und andere Frauen hinweg.

zuth lag eine Zeitlang in einer Art Zwischenbewußtsein. Eine stille Freude erfüllte sie, heimgekehrt zu sein. Gestillt und wunsch- los lief sie in eine der stillen Gassen hinter dem Pulverturm hin- ein. Wie wunderlich kühl es in dieser Gasse war!

Ruth erkannte die Häuser und schloß die Augen.

Peter stand indes noch immer aufrecht gleich einem Schwertträger der oberen Welt. Und während Sterbenden um ihn herum die Augen brachen, schien es, als rauschten große Flügel über ihm durch die Halle.

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Damit das Schloß nicht mit seinen zahlreichen, noch unbeschädig- ten Vorräten und Maschinen in die Hände des Feindes falle, hatte man schon vor Beginn des Kampfes Vorbereitungen getroffen, um es rechtzeitig in Brand zu setzen.

Wolf und Novak hatten diese Aufgabe übernommen. Sie warteten in den Vorratskammern, wo Brennstoff, Holzwolle, Benzin, Baumwolle und Verpackungsmittel lagerten.

Das dumpfe Geräusch des Kampfes, eben noch dem BRollen einer Brandung ähnlich, war im Abklingen. Man hörte die Besatzung immer schwächer. Was sich jetzt ausbreitete, war, mit dem vorigen Getümmel verglichen, tiefe Stille.

Der Feind nahm das Schloß Stück für Stück wieder in Besitz. Der festgesetzte Zeitpunkt war gekommen. Draußen schlugen die Glocken die elfte Stunde.

Wolk blickte den Gefährten an. Dieser nickte. Die beiden Männer verstanden einander. Sie hatten Freiheit besessen, eine Nacht und einen Morgen. Sie hatten Macht verkostet, vierzehn Stunden lang.

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