Zu seinen Füßen lag die Judenstadt, heute leerer und verfallener als jemals. Die letzten Reste des Lebens waren aus ihr entwichen. Man hatte niemanden zurückgelassen als ein halbes Dutzend eigen- sinniger, alter Leute.
In der Christenstadt hingegen, die langsam aus den Morgennebeln heraustrat, begann sich das erste Leben zu regen. Aus einzelnen Schornsteinen kroch dünner, gelber Rauch. Auf dem Marktplatz, der vom Schloßtor gesehen, einer zierlichen, auf eine Tabaksdose gemalten Miniatur glich, bewegten sich einige Figuren. Jetzt hörte man zart und dünn das erste Läuten der Morgenglocken. Ein ver- schlafener Priester hatte die Frühmesse zu lesen begonnen.
Die Sonne trat aus den Hügeln. Wolf neigte ihr sein Ge- sicht entgegen. Wie lange hatte er schon nicht die Morgen- sonne auf seinem Gesicht spielen lassen, deren scharfes und belebendes Licht mehr Kraft verleiht als der ganze lange und glühende Tag.
Langsam füllte die Sonne die Welt mit ihrem Licht. Die Kir- chentürme der Christenstadt funkelten. Die Dächer waren in Flammen eingehüllt. Die vier Evangelisten standen in großen und strahlenden Feuern.
Wolf verneigte sich vor dem aufsteigenden Tag.
Mit dem Morgengrauen verwandelte sich das Schloß in die den Belagerer erwartende Festung, die es in früheren Zeiten so oft gewesen war. Me war noch die Besatzung so arm an Abwehrmit- teln gewesen— verglichen mit der Macht des erwarteten Be- lagerers. Nie aber war sie so sicher gewesen, sich unter keinen Umständen zu ergeben.
Nichts auf der Welt hatte noch einen Sinn als die Handhabung von Waffen. Von allen Offenbarungen zählte nur noch eine, die Offenbarung abgefeuerter Geschosse. Man mochte wie immer vom Kriege denken. Aber nichts kam dem Glück, sich wehren zu dür- fen, gleich. Und so war die Kunst, Waffen zu gebrauchen, die
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