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Revolte der Heiligen : Roman / Ernst Sommer
Entstehung
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VIERZEHNTES KAPITEL.

BRuth lief schreiend durch die Gassen der Judenstadt. Sie rief die Bewohner aus allen Häusern. Gellend ertönte ihre Stimme. Vor jedem Tor blieb sie stehen und rüttelte so lange an dem morschen Holz, bis sich einer der Inwohner an der Schwelle zeigte.

Wenn das erschrockene Gesicht an der Türschwelle erschien, rief Ruth ihm die Nachricht zu. Sie bedeutete das Ende. Niemand wußte, ob er unter den zweihundert war, die bleiben durften. Michael hatte gar keine Gelegenheit gehabt, Namen zu nennen. Ruth hatte ihn weder nach ihnen gefragt, noch ihm auch nur ge- stattet, sie zu sagen.

Die Aussicht des einzelnen, aufgespart zu sein, war um einen Bruchteil größer als die Aussicht, verloren zu sein. Von zweien war es immer einer, der zu gehen hatte. Der eine ging morgen. Wann hatte der andere zu gehen?

So traf es jeden. Und wenn es auch nicht sein Ende war, es war das allgemeine Ende. Jedem war zumute, als hätte er seinen Namen bereits auf der Anschlagtafel gesehen. Alle waren wie einer. Miemals hatten sie sich so verbunden gefühlt. Hatte es Zwie- tracht zwischen ihnen gegeben? Auf einmal war jeder dem ande- ren wie ein Bruder.

Allmöhlich füllten sich die engen Gassen mit bl Halbbekleidet rannten die Leute aus den Türen, an Nachbarn und ließen sich von der Menge fortschleppen. An

eichen Gesichtern. klammerten sich

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